Dublin trägt seit 2010 als vierte Stadt weltweit den UNESCO-Titel City of Literature — eine Ehrung, die kein Zufall ist in einer Hauptstadt mit gut 555.000 Einwohnern in der Kernstadt und rund 1,45 Millionen im Großraum, die vier Literaturnobelpreisträger hervorgebracht hat (Yeats 1923, Shaw 1925, Beckett 1969, Heaney 1995) und deren literarischer Hauptzeuge James Joyce in seinem Ulysses einen einzelnen Tag, den 16. Juni 1904, in topografischer Genauigkeit beschrieb. Die Stadt liegt an der Ostküste Irlands an der Mündung des Liffey-Flusses in die Dublin Bay und wurde 988 als Wikinger-Handelsposten an einer schwarzen Wasserstelle (Dubh Linn) gegründet. Aus dieser nordischen Gründungsphase stammt das Wikinger-Erbe rund um Christchurch Place, aus dem Mittelalter Dublin Castle und die beiden Kathedralen Christ Church und St Patrick's, aus dem späten 18. Jahrhundert die Georgian-Dublin-Achse mit bunten Türen und Fanlights, aus dem 19. Jahrhundert das Trinity College mit dem Buch von Kells, aus dem 20. Jahrhundert die politischen Erinnerungsorte rund um Kilmainham Gaol und den Osteraufstand 1916. Dieser Themen-Reiseguide ordnet Dublin zwischen mittelalterlichem Stadtkern und literarisch-kulturellem Erbe ein und schlägt einen Fünf-Phasen-Stadtplan für drei bis fünf Tage vor.

Anreise und Erreichbarkeit

Dublin liegt an der Ostküste Irlands und ist über den internationalen Flughafen Dublin (DUB), den Fährhafen Dublin Port sowie über das landesweite Bahn- und Busnetz erreichbar. Die Innenstadt liegt rund zehn Kilometer südlich des Flughafens, der Aircoach-Bus 700 und der Dublin Express verbinden beide Punkte in 30 bis 45 Minuten ohne Umstieg.

Mit dem Flugzeug

Der Flughafen Dublin (DUB) liegt im nördlichen Vorortbezirk Collinstown, rund zehn Kilometer vom O'Connell Street. Aer Lingus, Lufthansa, Ryanair, Eurowings und Austrian fliegen aus dem DACH-Raum direkt — Frankfurt, München, Wien, Zürich, Berlin, Düsseldorf und Hamburg, Flugzeit 2:15 bis 2:50 Stunden. Aircoach Bus 700 in 30 bis 45 Minuten zur City für 9 Euro, Dublin Express im 15-Minuten-Takt zum Westmoreland Street für 11 Euro, Stadtbus 16/41/33 für 3,30 Euro mit Leap Card. Taxi 30 bis 40 Euro ins Zentrum.

Mit der Bahn oder dem Auto

Direkte Bahnverbindungen aus Mitteleuropa gibt es nicht — die Anreise verläuft über London mit Fähre Holyhead nach Dublin Port (3:15 Stunden Fähre). Inneririsch verbindet Iarnrod Eireann die Hauptbahnhöfe Dublin Connolly und Dublin Heuston mit Galway in 2:30 Stunden, Cork in 2:30 Stunden, Belfast in 2:10 Stunden. Mit dem Auto über Fähre Calais-Dover plus London-Holyhead plus Holyhead-Dublin — aus München rund 1.800 Kilometer plus zwei Fähren. Mautstrecken auf den Autobahnen M1, M3, M4, M6, M7, M8 per Bargeld oder eFlow-Konto.

Mit dem Schiff ab Dublin Port

Der Dublin Port ist Irlands wichtigster Passagierhafen — Fähren von Holyhead in Wales (Irish Ferries, Stena Line, 3:15 Stunden), Liverpool (P&O Ferries, 8 Stunden) und Roscoff in der Bretagne (Brittany Ferries, saisonal, 18 Stunden). Vom Hafen ins Stadtzentrum mit dem 53er Bus oder festem Hafen-Shuttle in 20 Minuten.

Vor Ort bewegen

Dublin hat das Straßenbahnnetz Luas mit zwei Linien (Red und Green, seit 2017 am O'Connell Street verknüpft), die S-Bahn DART entlang der Küste von Howth bis Greystones, das Dublin-Bus-Netz auf über 100 Linien sowie die Vorortbahn. Tagesticket Leap Card 8 Euro, 5-Tage-Touristen-Leap-Card 19,50 Euro. Die historische Innenstadt zwischen Trinity College, Temple Bar, Dublin Castle und Christ Church Cathedral ist komplett zu Fuß erschließbar — der Kern misst kaum mehr als 1,5 Kilometer. Dublin-Bikes-System mit über 100 Stationen, 5 Euro Tagesabo. Auto in der Stadt nicht empfohlen.

Anreise-Distanzen ab den Hauptknoten

Hamburg → Dublin 1.500 km ~2:15 h Flug
Frankfurt → Dublin 1.200 km ~2:25 h Flug
München → Dublin 1.500 km ~2:40 h Flug
Wien → Dublin 1.700 km ~2:50 h Flug
London → Dublin 465 km ~1:15 h Flug / 8 h Auto+Fähre via Holyhead

Trinity College und das Buch von Kells — Dublins literarisches Herz

Das Trinity College an der Ostseite des Stadtkerns ist Irlands älteste Universität, gegründet 1592 von Queen Elizabeth I., Campus 47 Hektar zwischen College Green und Pearse Street. Hauptanziehung ist die Long Room Library mit dem Buch von Kells, einem illustrierten Evangelienbuch aus dem 9. Jahrhundert, das iroschottische Mönche um 800 vermutlich auf der Insel Iona begannen und nach einem Wikinger-Überfall im Kloster Kells (County Meath) fertigstellten. Die 340 Pergamentseiten mit ihren geometrisch-zoomorphen Initialminiaturen zählen zu den bedeutendsten Werken westlicher Buchkunst. Im Long Room (1712 bis 1732 errichtet, 65 Meter lange Halle mit 200.000 historischen Bänden in Eichenholzregalen) sind zwei der vier Bände gleichzeitig geöffnet, die Seiten werden alle drei Monate gewendet. Eintritt 18,50 Euro mit Online-Zeitfenster, geöffnet Mo bis Sa 8:30 bis 17 Uhr, So 9:30 bis 17 Uhr. Im Campus selbst der 30 Meter hohe Campanile von 1853 und das Sphere within Sphere von Arnaldo Pomodoro im Innenhof der Berkeley-Bibliothek.

Dublin Castle und der Sitz der Vizekönige

Dublin Castle westlich des Trinity College am Dame Street war von 1204 bis 1922 Sitz der englischen Krone in Irland — Verwaltungssitz der Lord Lieutenants, Gefängnis, Gerichtshof und Schatzkammer in einem. Nach einem Brand 1684 ab 1700 in einen palastähnlichen Komplex umgebaut, von dem heute Bedford Tower, der mittelalterliche Birmingham Tower und die State Apartments mit Throne Room, St Patrick's Hall (Krönungsraum der irischen Präsidenten) und Picture Gallery bestehen. Im Untergrund die Reste der mittelalterlichen Burgmauer und des Dubh-Linn-Pools, der namensgebenden schwarzen Wasserstelle der Wikinger. Eintritt 12 Euro für die geführte Tour, geöffnet Mo bis Sa 9:45 bis 17:45 Uhr. Direkt nebenan die Chester Beatty Library (kostenlos) mit asiatischen und islamischen Handschriften — eine der wichtigsten Privatbibliotheken des 20. Jahrhunderts.

Christ Church Cathedral — Dublins erste Kathedrale

Die Christ Church Cathedral westlich von Temple Bar an der Christchurch Place ist Dublins älteste Kathedrale seit 1030, ursprünglich von Wikinger-König Sitric Silkenbeard als Holzbau errichtet, ab 1172 unter dem normannischen Eroberer Strongbow als Steinbau umgebaut. Im Inneren das Grab Strongbows, die Krypta aus dem 12. Jahrhundert ist mit 63 Metern Länge die größte der britischen Inseln und beherbergt skurrile Reliquien — eine mumifizierte Katze und eine mumifizierte Ratte, die nach einer Sage in einer Orgelpfeife gefangen wurden. Glasfenster und Arkaden im viktorianischen Restaurierungsstil der 1870er Jahre des Architekten George Edmund Street. Eintritt 11 Euro, geöffnet Mo bis Sa 9:30 bis 17 Uhr. Kombiticket mit Dublinia (Wikinger-Ausstellung im Synod Hall) 16 Euro.

St Patrick's Cathedral — Irlands größte Kathedrale

St Patrick's Cathedral südlich der Christ Church an der St Patrick's Close ist mit 91 Metern Länge die größte Kathedrale Irlands und Nationalheiligtum, errichtet ab 1191 an der Stelle, an der Schutzpatron Patrick im 5. Jahrhundert getauft haben soll. Im Inneren das Grab von Jonathan Swift, dem Verfasser von Gullivers Reisen (1726), der von 1713 bis 1745 Dean der Kathedrale war — die lateinische Grabschrift ist von Swift selbst verfasst und gilt als das wichtigste literarische Grabmal Dublins. Eintritt 9 Euro, geöffnet Mo bis Sa 9:30 bis 17 Uhr. Die angrenzende Marsh's Library (1707 gegründet, ältester öffentlich zugänglicher Bibliothekssaal Irlands) zeigt 25.000 Bücher in original-erhaltenen Eichenholzregalen mit Wire-Cages für seltene Bände, Eintritt 5 Euro.

Temple Bar — Dublins Pub-Bezirk und Kulturmeile

Temple Bar zwischen Dame Street und Liffey ist Dublins bekanntester Stadtteil — ein 1,5 Hektar großes Geviert aus engen Kopfsteinpflaster-Gassen mit rund 35 Pubs, Restaurants, Galerien und Boutiquen. Bis in die späten 1980er Jahre als Bushaltestellen-Großbaustelle dem Abriss geweiht, wurde das Viertel 1991 nach Bürgerprotesten als Kulturquartier umgewidmet. Heute liegen hier das Irish Film Institute, die Gallery of Photography, das Project Arts Centre als Off-Theater, die Temple Bar Gallery + Studios mit 30 Künstler-Ateliers, der Cow's Lane Designer Market und der Temple Bar Food Market jeden Samstag am Meeting House Square. Das namensgebende Pub The Temple Bar mit leuchtend roter Fassade ist Irlands meistfotografiertes Lokal — Pint Guinness 8 Euro statt der stadtüblichen 4 bis 4,50 Euro, dafür Live Trad Music von 14 bis 2 Uhr nachts. Günstiger im Auld Dubliner, Oliver St John Gogarty oder Quays Bar.

Guinness Storehouse — Dublins meistbesuchte Attraktion

Das Guinness Storehouse am St James's Gate westlich des Stadtkerns ist Dublins meistbesuchte Sehenswürdigkeit mit jährlich über 1,7 Millionen Gästen — die historische Lagerhalle der Brauerei aus dem Jahr 1904 wurde 2000 zur siebenstöckigen Erlebnisbrauerei umgebaut, deren Atrium in Form eines riesigen Pint-Glases vom Boden bis zum Dach reicht und exakt 14,3 Millionen virtuelle Pints fassen würde. Die Brauerei wurde 1759 von Arthur Guinness mit einem 9.000-Jahres-Pachtvertrag über 45 Pfund pro Jahr gegründet — der Vertrag läuft noch bis 10759. Auf sieben Etagen werden Rohstoffe, Brauprozess, Werbe-Geschichte seit 1929 und Bar-Kultur erläutert, Abschluss in der Gravity Bar im siebten Stock mit 360-Grad-Panorama und gratis Pint. Eintritt 30 Euro online mit Pflicht-Zeitfenster, geöffnet täglich 9:30 bis 19 Uhr. Zubringer Stadtbus 13, 40, 123.

Jameson Distillery Bow St — irischer Whiskey im Norden

Die Jameson Distillery Bow St in Smithfield, nördlich der Liffey, ist das stadtnahe Whiskey-Erlebniszentrum — die ursprüngliche Produktionsstätte, die John Jameson 1780 hier gründete und die 1971 nach Midleton im County Cork verlegt wurde. Heute reines Besucherzentrum mit drei Touren — Bow St Experience für 28 Euro mit Verkostung von drei Sorten, Whiskey Makers Class für 50 Euro mit eigenem Blend und Whiskey Shakers Class für 50 Euro mit Cocktail-Kurs. Geöffnet täglich 11 bis 18:30 Uhr, Anschluss Luas Red Line Station Smithfield. Am gleichen Platz die Teeling Whiskey Distillery, seit 2015 die erste tatsächlich brennende Whiskey-Destillerie im Stadtgebiet von Dublin seit 1976 — Touren 25 Euro mit Blick in die kupfernen Pot Stills. Weiter südlich Roe & Co Distillery in der ehemaligen Guinness Kraftwerk-Halle.

Phoenix Park — Europas zweitgrößter Stadtpark

Der Phoenix Park am Westrand der Stadt ist mit 707 Hektar Fläche der zweitgrößte ummauerte Stadtpark Europas (nach dem Bois de Boulogne in Paris) — größer als alle Stadtparks Londons zusammen und mehr als doppelt so groß wie der Central Park in New York. 1662 als königliches Jagdgebiet angelegt, seit 1745 öffentlich zugänglich, beherbergt er den Sitz des irischen Präsidenten Aras an Uachtarain (sonntags Führungen kostenlos), die Residenz des US-Botschafters, das Hauptquartier der Garda Siochana, den Dublin Zoo (1831 gegründet, drittältester Zoo der Welt, Eintritt 24 Euro) und eine Herde von rund 600 wild lebenden Damhirschen seit dem 17. Jahrhundert. Highlights sind das Wellington Monument (62 Meter hoher Obelisk von 1817), das Papal Cross (35 Meter Stahlkreuz zum Papst-Besuch 1979) und der People's Flower Garden. Anschluss Luas Red Line Station Heuston oder Bus 25, 26, 66, 67.

Kilmainham Gaol — Erinnerungsort der irischen Unabhängigkeit

Kilmainham Gaol westlich der Innenstadt an der Inchicore Road ist das stillgelegte Stadtgefängnis und einer der wichtigsten Erinnerungsorte der irischen Unabhängigkeitsgeschichte — von 1796 bis 1924 als Gefängnis genutzt, ab 1860 im East Wing mit den viktorianischen Panopticon-Galerien um eine zentrale Wachhalle. In Kilmainham wurden 14 Anführer des Osteraufstands 1916 erschossen — unter ihnen Patrick Pearse, James Connolly (festgebunden auf einem Stuhl, weil er durch Schussverletzung nicht stehen konnte), Joseph Plunkett (der hier sieben Stunden vor der Hinrichtung Grace Gifford heiratete) und Tom Clarke. Der Stonebreakers Yard mit den Erschießungspositionen ist Pflicht-Station jeder Führung. Eintritt 8 Euro, Pflicht-Online-Buchung über Office of Public Works, ausschließlich geführte Touren in englischer Sprache. Anschluss Luas Red Line Station Suir Road oder Bus 13, 40.

Grafton Street — Dublins Einkaufs- und Straßenmusik-Achse

Die Grafton Street südlich des Trinity College verbindet als überwiegend autofreie Fußgängerzone das College Green mit dem St Stephen's Green und ist Dublins zentrale Einkaufs- und Straßenmusik-Achse — auf 500 Metern reihen sich internationale Marken, irische Manufakturen, Brown Thomas (das wichtigste Kaufhaus Irlands), Bewley's Grafton Street (Café von 1927 mit Harry-Clarke-Glasfenstern) und die Bronzeskulptur Molly Malone an der Ecke Suffolk Street. Straßenmusiker prägen das Bild — Glen Hansard, die Frames und Hozier haben hier angefangen. Der nördliche Endpunkt St Stephen's Green ist ein 9-Hektar-Stadtpark im georgianischen Quadrat, 1664 angelegt und 1880 vom Bierbrauer Arthur Edward Guinness der Stadt geschenkt. Im Park Denkmäler für Wolfe Tone, James Joyce, Yeats und das Three Fates Memorial (Geschenk Deutschlands an Irland 1956). Geöffnet täglich 7:30 Uhr bis Dämmerung, umsonst.

Georgian Dublin — die bunten Türen und Fanlights

Georgian Dublin bezeichnet die in den Regierungsjahren der vier Könige George (1714 bis 1830) errichtete Stadterweiterung, heute vor allem südlich von Trinity College zwischen Merrion Square und Fitzwilliam Square und nördlich der Liffey rund um Mountjoy Square sichtbar. Die dreistöckigen rotbraunen Backsteinhäuser mit hohen Schiebefenstern, niedrigen Eingangsstufen und vor allem den bunten lackierten Holztüren mit halbrundem Fanlight darüber sind das visuelle Wahrzeichen Dublins. Die Sage von den bunten Türen — Bewohner identischer Häuser mussten nach durchzechten Pub-Nächten ihre eigene Tür wiederfinden — ist nüchterner Realität, der Mehrfarb-Schmuck etablierte sich erst im 20. Jahrhundert. Wichtigste Achsen sind Merrion Square (1762 angelegt, Oscar Wilde wuchs in Nummer 1 auf), Fitzwilliam Square (kleinster Square mit privatem Garten) und Mountjoy Square nördlich der Liffey. Die National Gallery of Ireland am Merrion Square West (mit Caravaggio, Velazquez, Vermeer und Jack B. Yeats — kostenlos) und das Number 29 Georgian House Museum (originalgetreu eingerichtetes Stadthaus von 1794) liegen im Georgian District.

James Joyce und Bloomsday — Dublins literarisches Pflichttreffen

Kein anderer Schriftsteller hat eine Stadt so detailliert beschrieben wie James Joyce Dublin in seinem 1922 in Paris veröffentlichten Roman Ulysses — der Roman spielt am 16. Juni 1904 mit der Hauptfigur Leopold Bloom als Anzeigenverkäufer, der von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr nachts kreuz und quer durch die Stadt zieht. Joyce wählte den 16. Juni 1904, weil er an diesem Tag seine spätere Lebensgefährtin Nora Barnacle das erste Mal traf. Heute wird der 16. Juni weltweit als Bloomsday gefeiert — in Dublin mit edwardianisch kostümierten Lesungen im James Joyce Centre an der North Great George's Street (Eintritt 5 Euro, Bloomsday-Frühstück mit gegrillter Niere 25 Euro), Lesungen im Sweny's Chemist an der Lincoln Place (in dem Bloom seine Zitronen-Seife kauft) und thematischen Walking Tours. Zwei Stationen außerhalb ergänzen das Bild — der James Joyce Tower & Museum in Sandycove (45 Minuten DART südlich, Martello-Turm aus dem ersten Ulysses-Kapitel, Eintritt frei) und das MoLI Museum of Literature Ireland am St Stephen's Green (Eintritt 12 Euro, mit Originalmanuskript von A Portrait of the Artist as a Young Man).

Yeats, Beckett und das literarische Erbe

Neben James Joyce stehen drei weitere Literaturnobelpreisträger Dublins — William Butler Yeats (geboren 1865 in Sandymount, Nobelpreis 1923), George Bernard Shaw (geboren 1856 in der Synge Street, Nobelpreis 1925 für Pygmalion und Saint Joan) und Samuel Beckett (geboren 1906 in Foxrock, Nobelpreis 1969 für Warten auf Godot). Yeats Bezugsorte sind das Abbey Theatre an der Abbey Street (das er 1904 mit Lady Gregory gründete, bis heute irisches Nationaltheater, Tickets 18 bis 45 Euro), die Yeats-Statue am St Stephen's Green und die National Library of Ireland im Kildare Street mit der Yeats-Sammlung (kostenlos). Shaws Geburtshaus an Synge Street 33 ist als Shaw Birthplace Museum geöffnet (April bis Oktober, 8 Euro). Becketts Bezugsorte sind die Samuel Beckett Bridge über die Liffey (2009 von Santiago Calatrava als 120-Meter-Stahlharfe entworfen), das Trinity College mit dem Beckett Theatre und der Romanistik-Fakultät, an der Beckett 1923 bis 1927 studierte. Der vierte Nobelpreisträger Seamus Heaney (1995) lebte ab den 1970er Jahren in Sandymount und ist im Glasnevin Cemetery begraben.

Trad-Sessions in Dublins Pubs — Cobblestone und O'Donoghue's

Live Trad Music — irische Folk-Musik mit Fiddle, Tin Whistle, Bodhran, Akkordeon und Uilleann Pipes (der irischen Sackpfeife mit Blasebalg) — ist der akustische Soundtrack Dublins. Zwei Pubs gelten unter Kennern als die wichtigsten Adressen ohne Tourist-Aufschlag — das Cobblestone in Smithfield (King Street North 77, Luas-Station Smithfield) ist seit Generationen in Familienbesitz und veranstaltet täglich ab 19 Uhr im hinteren Listening Bar Trad-Sessions, in denen das Reden während der Musik strikt verboten ist — eine in Pub-Kultur seltene Regel. Pint Guinness 4,50 Euro, kein Eintritt. Das O'Donoghue's an der Merrion Row 15 ist seit den 1960er Jahren die Spielstätte der Dubliners, die hier ihren Stil entwickelten — täglich ab 21:30 Uhr Trad-Sessions, sonntags ab 13 Uhr informelle Tagessessions. Weitere Pubs mit regelmäßigen Sessions sind The Hairy Lemon, Devitt's, Mulligan's (in Joyces Ulysses erwähnt) und The Brazen Head an der Bridge Street Lower (ältester Pub Dublins, Lizenz seit 1198).

UNESCO City of Literature — wie Dublin sein Erbe pflegt

Dublin trägt seit 2010 als vierte Stadt weltweit (nach Edinburgh, Melbourne und Iowa City) den UNESCO-Titel City of Literature, der literarisches Erbe und zeitgenössische Szene gleichermaßen würdigt. Vier Literaturnobelpreisträger, dazu James Joyce, Jonathan Swift, Oscar Wilde, Bram Stoker und Maeve Binchy. Die zeitgenössische irische Literatur mit Sally Rooney (Normal People), Anna Burns (Milkman, Booker Prize 2018), Paul Murray, Eimear McBride und Colm Toibin findet ihre Bühne im jährlichen International Literature Festival Dublin im Mai (über 100 Veranstaltungen, Karten 12 bis 25 Euro), in den 21 Stadtbüchereien mit kostenfreier Mitgliedschaft auch für Reisende und in unabhängigen Buchhandlungen wie Hodges Figgis an der Dawson Street (Irlands älteste Buchhandlung, 1768), The Winding Stair an der Ormond Quay und Books Upstairs an der D'Olier Street. Das MoLI am St Stephen's Green und das James Joyce Centre sind die wichtigsten musealen Anker.

Christchurch Place und das Wikinger-Erbe

Rund um den heutigen Christchurch Place lag im Mittelalter der Kern der Wikinger-Siedlung Dyflin (988 bis 1170) — der Hafen am sumpfigen Liffey-Mündungsdelta, die Werften, die Markthalle Thingmote und der Dubh Linn, jene tiefe schwarze Wasserstelle am Zusammenfluss des Poddle-Bachs mit der Liffey, die der Stadt ihren Namen gab. Das Dublinia Museum im Synod Hall an der Christchurch Place (Eintritt 16 Euro im Kombi mit Christ Church Cathedral) zeigt auf drei Stockwerken das Wikinger-Dublin und die Funde aus den Wood-Quay-Grabungen 1974 bis 1980 — mit über 100.000 Einzelfunden der bedeutendste Wikinger-Fundplatz Westeuropas. Originale sind im National Museum of Ireland — Archaeology am Kildare Street ausgestellt (kostenlos), dort zeigt die Viking-Ireland-Galerie Schwerter, Goldschmuck und das Tara-Brosch (8. Jahrhundert). Die archäologische Geschichte ist umstritten, weil die Stadtverwaltung in den 1970er Jahren das Siedlungsareal mit zwei modernen Verwaltungsbauten überbaute — die Glasfassade des Civic Office zeigt den Verlauf der freigelegten Wikinger-Mauer im Boden.

Die sechs Dublin-Highlights im Überblick

Trinity College + Buch von Kells

Irlands älteste Universität (1592), Long Room Library mit 200.000 historischen Bänden und dem illustrierten Evangelienbuch des 9. Jahrhunderts. Tickets 18,50 Euro mit Zeitfenster-Buchung.

Dublin Castle

800 Jahre Verwaltungssitz der englischen Krone in Irland, heute State Apartments mit Throne Room und St Patrick's Hall, dazu Chester Beatty Library mit asiatischen Handschriften (kostenlos).

Temple Bar

1,5 Hektar Pub-Quartier mit 35 Lokalen, Galerien und Kulturhäusern. Live Trad Music ganztags, Tourist-Pubs teuer (Pint 8 Euro), Auld Dubliner und Quays Bar als günstigere Alternativen.

Guinness Storehouse

Dublins meistbesuchte Attraktion (1,7 Millionen Gäste/Jahr), sieben Etagen Brau-Geschichte, Gravity Bar mit 360-Grad-Panorama plus inkludiertem Pint. Eintritt 30 Euro online.

Phoenix Park

707 Hektar Stadtpark — größer als Central Park, mit Damhirsch-Herde, Präsidentensitz, Dublin Zoo (1831), Wellington Monument (62 m) und Papal Cross. Eintritt frei.

Kilmainham Gaol

Stillgelegtes Gefängnis 1796 bis 1924, Schauplatz der Erschießung von 14 Anführern des Osteraufstands 1916. Pflicht-geführte Tour, Pflicht-Online-Buchung, Eintritt 8 Euro.

Trinity College, Guinness, Kilmainham, Castle, Cathedrals, Phoenix Park im Vergleich

Kriterium
Trinity / Kells
Guinness
Kilmainham
Dublin Castle
Phoenix Park
Eintritt
18,50 €
30 € online
8 €
12 € Tour
frei
Dauer
1,5 h
2 h
1,5 h
1 h
2 bis 4 h
Buchung
online empfohlen
Pflicht-online
Pflicht-online
vor Ort möglich
keine
Lage
Stadtkern
Westen St James's Gate
Westen Inchicore
Stadtkern
Westrand
Anschluss
zu Fuß
Bus 13/40/123
Luas Red Line
zu Fuß
Luas + Bus
Best für
Literatur-Fans
Bier-Kultur
Geschichte
Krone+Architektur
Natur+Familie
Wetterfest
ja innen
ja innen
ja innen
teils
nein

Die Tabelle vergleicht die sechs wichtigsten Dublin-Sehenswürdigkeiten nach Eintritt, Dauer, Buchungsbedarf, Lage, Anschluss, idealem Reisenden-Profil und Wetterfestigkeit für die Planung der Tage in der Stadt.

Praktische Tipps für den Dublin-Besuch

  • Leap Card statt Einzelfahrkarten

    Die wiederaufladbare Leap Card für Dublin-Bus, Luas und DART ist 35 bis 50 Prozent günstiger als Einzeltickets und an allen Bahnhöfen, im Spar und im Centra-Convenience-Store erhältlich. 5-Tage-Touristen-Variante 19,50 Euro mit unbegrenzten Fahrten im Stadtgebiet.

  • Online-Tickets für Kilmainham und Guinness

    Beide Hauptattraktionen erfordern Online-Vorbuchung mit festem Zeitfenster — Kilmainham Gaol über das Office of Public Works mit oft zwei bis vier Wochen Vorlauf in der Hauptsaison, Guinness Storehouse direkt über das offizielle Portal mit Zeitfenster im 15-Minuten-Takt. Spontaner Besuch ist in der Hauptsaison Mai bis September nicht garantiert.

  • + Free Museum Pass für Nationalmuseen

    Das National Museum of Ireland mit den vier Standorten Archaeology (Kildare Street), Natural History (Merrion Street), Decorative Arts (Collins Barracks) und Country Life (Castlebar) sowie die National Gallery of Ireland und die Chester Beatty Library haben durchgängig freien Eintritt. Pflicht-Anker für jeden Dublin-Besuch — die Wikinger-Sammlung, das Tara-Brosch und Velazquez-Bilder ohne Eintritt.

  • i Bloomsday am 16. Juni planen

    Wer am 16. Juni in Dublin ist, erlebt mit Bloomsday eines der ungewöhnlichsten Literaturfestivals weltweit. Edwardianisches Kostüm wird ausdrücklich begrüßt, Lesungen sind über den ganzen Tag verteilt, das James Joyce Centre an North Great George's Street ist Hauptanker. Hotelpreise an diesem Datum 30 bis 50 Prozent über dem Saison-Schnitt — frühzeitig buchen.

  • St Patrick's Festival vom 14. bis 17. März

    Das viertägige St Patrick's Festival rund um den irischen Nationalfeiertag am 17. März verwandelt Dublin in einen grünen Großevent mit der Hauptparade auf O'Connell Street, Lasershow am Liffey, Konzerten und Volksfesten. Hotelpreise verdoppeln sich, Pubs sind ab 14 Uhr überfüllt — Tisch-Reservierung wo möglich Pflicht.

  • Wetterfeste Kleidung in jeder Jahreszeit

    Dublin liegt am Atlantik mit häufig wechselndem Wetter — auch im Sommer bei Tageshöchstwerten um 18 bis 21 Grad regnet es regelmäßig. Wasserdichte Jacke, leichter Pullover und gute Schuhe gehören in jede Reisegarderobe, ein Regenschirm zerbricht am Atlantik-Wind. Beste Reisezeit Mai bis September für mildere Temperaturen, Juli und August am stärksten besucht.

  • Barrierefreiheit ist gemischt

    Trinity College Long Room hat einen Aufzug, das Akropolis-äquivalente Kilmainham Gaol nur mit Vorwarnung. Guinness Storehouse vollständig barrierefrei. Temple Bar mit Kopfsteinpflaster für Rollstühle schwer, Dublin Castle State Apartments mit Treppen. Vorab über Office of Public Works und die Attraktions-Webseiten den Stand klären.

  • Dublin Pass für intensive Tage

    Der Dublin Pass (90 Euro für ein Tag, 110 Euro für zwei Tage, 135 Euro für drei Tage) bündelt Eintritt zu Guinness Storehouse, EPIC The Irish Emigration Museum, GAA-Museum im Croke Park, Jameson Distillery, Christ Church Cathedral und Dublinia plus Hop-On-Hop-Off-Bus. Lohnt sich ab fünf besuchten Attraktionen — bei intensivem Sightseeing klar günstiger als Einzeltickets.

Insider-Tipps für Dublin

Frühstücks-Empfehlung jenseits der Tourist-Pfade

Das Brother Hubbard South in der Harrington Street (südlich vom St Stephen's Green) macht das nach Insider-Meinung beste Frühstück Dublins mit nahöstlichem Einschlag — Shakshuka, Beirut-Eggs mit Tomate und Halloumi, Brioche-French-Toast mit gegrilltem Pfirsich. Preis 14 bis 18 Euro, geöffnet ab 8 Uhr Mo-Fr, ab 9 Uhr am Wochenende.

Beste Buchhandlung für irische Literatur

The Winding Stair an der Ormond Quay nördlich der Liffey ist die schönste Buchhandlung Dublins — drei Geschosse zwischen Buchregalen, das Restaurant im ersten Stock mit Blick auf das Ha'penny-Bridge und der unabhängige Hauptverlag für irische Kurzgeschichten im Untergeschoss. Spezialgebiet zeitgenössische irische Literatur — Sally Rooney, Anna Burns, Donal Ryan, Lisa McInerney, Eimear McBride.

Ausflug nach Howth an die Bucht

Howth am nordöstlichen Hafenarm der Dublin Bay ist mit der DART-S-Bahn in 30 Minuten ab Connolly Station erreichbar (Ticket 3,30 Euro mit Leap Card). Das Fischerdorf am Howth Head bietet den Cliff Walk rund um die Halbinsel (3 Stunden gemäßigte Bergwanderung), die Sonntagvormittag-Marktstände am Hafen mit Krabben, Mussels und frischem Brot sowie zwei der besten Fisch-Restaurants Irlands — The Oar House und Aqua. Mittagessen 25 bis 35 Euro pro Person.

Weitere Hinweise zu Eintrittspreisen, Öffnungszeiten und Programm finden sich auf visitdublin.com und ireland.com, den offiziellen Tourist-Informationsportalen der Stadt Dublin und der Republik Irland.

HÄUFIGE FRAGEN

Wie viele Tage braucht man für Dublin?

Drei bis fünf Tage sind ideal für die Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt — Trinity College mit Buch von Kells, Dublin Castle, die beiden Kathedralen Christ Church und St Patrick's, Guinness Storehouse, Kilmainham Gaol, Phoenix Park, Temple Bar und Georgian Dublin. Wer auch das literarische Erbe um James Joyce, Yeats und Beckett vertieft erleben oder einen Tagesausflug nach Howth, Glendalough oder zum Newgrange-Megalithgrab anhängen will, plant fünf bis sieben Tage.

Was ist das Buch von Kells und wo kann man es sehen?

Das Buch von Kells ist ein illustriertes Evangelienbuch aus dem frühen 9. Jahrhundert, das von iroschottischen Mönchen vermutlich auf der Insel Iona begonnen und nach einem Wikinger-Überfall im Kloster Kells im County Meath fertiggestellt wurde. Es zählt zu den bedeutendsten Werken westlicher Buchkunst und wird in der Trinity College Long Room Library ausgestellt — zwei der vier Bände sind gleichzeitig geöffnet zu sehen, die Seiten werden alle drei Monate gewendet. Eintritt 18,50 Euro mit Online-Buchung empfohlen.

Lohnt sich der Eintritt zum Guinness Storehouse?

Das Guinness Storehouse ist mit 1,7 Millionen Gästen pro Jahr Dublins meistbesuchte Attraktion und für Bier-Liebhaber und Architekturfreunde unbedingt lohnenswert — sieben Etagen im Inneren eines riesigen Pint-Glas-Atriums über die Geschichte der Brauerei seit 1759, der Brauprozess, die ikonische Werbung und am Schluss die Gravity Bar im siebten Stock mit 360-Grad-Stadtblick und einem inkludierten Pint. Eintritt 30 Euro online mit Zeitfenster-Buchung Pflicht. Wer nur das Pint will, ist im echten Pub günstiger dran.

Was ist Bloomsday und wann findet er statt?

Bloomsday wird jährlich am 16. Juni gefeiert — dem Tag, an dem James Joyce 1922 in seinem Roman Ulysses die Hauptfigur Leopold Bloom durch ein 24-stündiges Dublin-Erlebnis schickt. Das Datum wählte Joyce, weil er an diesem Tag 1904 seine spätere Lebensgefährtin Nora Barnacle traf. In Dublin wird Bloomsday mit edwardianisch kostümierten Lesungen im James Joyce Centre, Bloomsday-Frühstück mit gegrillter Niere, thematischen Walking Tours entlang der Ulysses-Stationen und Lesungen in den Pubs gefeiert — eines der ungewöhnlichsten Literaturfestivals weltweit.

Welche Pubs in Dublin sind authentisch und nicht überteuert?

Authentische Trad-Music-Pubs ohne Touristen-Aufschlag sind das Cobblestone in Smithfield (King Street North 77, täglich ab 19 Uhr Trad-Sessions mit Schweige-Regel im hinteren Listening Bar), O'Donoghue's an der Merrion Row 15 (Spielstätte der Dubliners seit den 1960er Jahren), Mulligan's an der Poolbeg Street (in Joyces Ulysses erwähnt, viktorianische Original-Einrichtung) und The Brazen Head in der Bridge Street Lower (ältester Pub Dublins mit Lizenz seit 1198). Pint Guinness 4 bis 4,50 Euro statt 8 Euro in Temple Bar.

Muss man Kilmainham Gaol vorab buchen?

Ja, ausnahmslos. Kilmainham Gaol ist ausschließlich mit geführten Touren in englischer Sprache zugänglich, das Office of Public Works vergibt feste Zeitfenster über die offizielle Online-Plattform. In der Hauptsaison Mai bis September sind die Slots oft zwei bis vier Wochen im Voraus ausgebucht. Eintritt 8 Euro, Tour dauert 1,5 Stunden mit Stationen am Stonebreakers Yard, im East Wing mit den Panopticon-Galerien und im Eingangsmuseum zur Geschichte der irischen Unabhängigkeitsbewegung.

Wie groß ist der Phoenix Park und was kann man dort sehen?

Der Phoenix Park am Westrand der Stadt ist mit 707 Hektar Fläche der zweitgrößte ummauerte Stadtpark Europas — größer als alle Stadtparks Londons zusammen und mehr als doppelt so groß wie der Central Park in New York. Highlights sind die wild lebende Damhirsch-Herde mit rund 600 Tieren seit dem 17. Jahrhundert, das Wellington Monument (62 Meter hoher Obelisk von 1817), das Papal Cross zum Papst-Besuch 1979, der Dublin Zoo (1831 gegründet, drittältester Zoo der Welt) und der Sitz des irischen Präsidenten Aras an Uachtarain mit kostenlosen Sonntags-Führungen.

Was ist der Unterschied zwischen Christ Church Cathedral und St Patrick's Cathedral?

Beide sind anglikanische Kathedralen aus dem Mittelalter und liegen nur 500 Meter voneinander entfernt — Dublin ist damit eine der wenigen Städte Europas mit zwei anglikanischen Kathedralen. Christ Church Cathedral (ab 1030) ist Dublins ältere Kathedrale, beherbergt das Grab des normannischen Eroberers Strongbow und die größte Krypta der britischen Inseln. St Patrick's Cathedral (ab 1191) ist mit 91 Metern Länge die größte Kathedrale Irlands und Nationalheiligtum, beherbergt das Grab Jonathan Swifts (Verfasser von Gullivers Reisen, hier Dean von 1713 bis 1745).

Wie kommt man vom Flughafen Dublin in die Stadt?

Der Flughafen Dublin (DUB) liegt rund 10 Kilometer nördlich der Innenstadt. Die direkteste Verbindung ist der Aircoach Bus 700 mit Fahrtzeit 30 bis 45 Minuten und Ticketpreis 9 Euro einfach. Der Dublin Express im 15-Minuten-Takt zum Westmoreland Street nahe Trinity College kostet 11 Euro. Stadtbusse 16, 41 und 33 fahren in rund 50 Minuten mit der Leap Card für 3,30 Euro. Taxi pauschal 30 bis 40 Euro tags ins Zentrum, nachts mit Zuschlag. Eine direkte Bahn- oder Metro-Verbindung gibt es nicht — der geplante MetroLink befindet sich seit Jahren in Planung.

Was ist Georgian Dublin und wo sieht man es am besten?

Georgian Dublin bezeichnet die in den späten Regierungsjahren der Könige George I. bis George IV. (1714 bis 1830) errichtete georgianische Stadterweiterung mit den charakteristischen rotbraunen Backsteinhäusern, hohen schmalen Schiebefenstern und den bunten lackierten Holztüren mit halbrundem Fanlight darüber. Am besten erkennbar an Merrion Square (Oscar Wildes Geburtshaus), Fitzwilliam Square (kleinster Square mit privatem Garten) und Mountjoy Square nördlich der Liffey. Das Number 29 Georgian House Museum an der Lower Fitzwilliam Street ist ein originalgetreu eingerichtetes georgianisches Stadthaus von 1794.

Wann ist die beste Reisezeit für Dublin?

Die beste allgemeine Reisezeit ist Mai bis September mit milden Temperaturen zwischen 16 und 21 Grad und längeren Tagen — im Juni geht die Sonne erst nach 22 Uhr unter. Höhepunkte sind das St Patrick's Festival vom 14. bis 17. März mit der Hauptparade auf O'Connell Street, der Bloomsday am 16. Juni rund um James Joyce und das International Literature Festival Dublin im Mai. Juli und August sind am stärksten besucht und teuerster, Oktober bis April ruhiger mit häufigem Regen, dafür günstigeren Hotelpreisen.

Welche kostenlosen Sehenswürdigkeiten gibt es in Dublin?

Kostenfreien Eintritt haben alle staatlichen Museen — das National Museum of Ireland mit den vier Standorten Archaeology (Wikinger-Sammlung, Tara-Brosch), Natural History (das Dead Zoo), Decorative Arts und Country Life. Die National Gallery of Ireland zeigt Caravaggio, Velazquez, Vermeer und Jack B. Yeats. Die Chester Beatty Library im Dublin Castle hat asiatische und islamische Handschriften. Das Irish Museum of Modern Art IMMA im Royal Hospital Kilmainham, der Phoenix Park, der St Stephen's Green und alle Stadtbüchereien sind ebenfalls kostenlos.
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