Hohnstein liegt auf rund 230 Metern Höhe oberhalb des Polenztals, knapp 30 Kilometer südöstlich von Dresden mitten im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Über dem Ort thront die Burg Hohnstein auf einem freistehenden Sandsteinfels — eine der größten erhaltenen Burganlagen Sachsens, heute Jugendherberge, Museum und Aussichtspunkt in einem. Während Bad Schandau das logistische Tor zur Region ist, bleibt Hohnstein die ruhigere Alternative: weniger Tagestouristen, kürzere Anstiege ins Felsenrevier rund um Brand und Affensteine, dazu das Erbe der Hohnsteiner Puppenspiele aus den 1920er-Jahren. Aktuelle Tipps pflegt die Tourist-Information am Markt 2 auf hohnstein.de.
Anreise und Erreichbarkeit
Hohnstein hat keinen eigenen Bahnhof — die nächste Schienen-Anbindung ist Pirna an der S1, von dort fährt der Bus 237 in 35 Minuten ins Felsenstädtchen. Wer das Auto nimmt, kommt über die A17 bis Abfahrt Pirna und dann auf der S163 durch das Wesenitztal. Aktuelle Service-Adressen pflegt die Tourist-Information am Markt 2 auf hohnstein.de.
Mit dem Auto
Aus Dresden fährst du die A17 Richtung Prag bis Abfahrt 3 Pirna, dann auf der S163 in 25 Minuten über Lohmen ins Ortszentrum. Aus Norden kommst du über die A4 bis Dresden, dann auf die A17. Aus Tschechien fährst du die D8 bis Děčín und über die B172 und S165 in 40 Minuten nach Hohnstein. Wichtig: Der historische Marktplatz und die Burg liegen auf dem Sandstein-Plateau — eng, steil, an Markttagen voll. Wanderparkplätze auf der Hochfläche entlasten den Ortskern.
Im Sommer und an Wanderwochenenden füllen sich die Parkplätze auf dem Plateau ab späten Vormittag — vor allem rund um die Brand-Aussicht und am Polenztal-Eingang. Wer nach 11 Uhr anreist, plant 20 Minuten Puffer und nutzt am besten den Wanderparkplatz Brand statt der Innenstadt-Parkbuchten.
Mit der Bahn
Hohnstein selbst hat keinen Bahnhof. Du fährst auf der S1 Meißen–Dresden–Schöna bis Pirna (alle 30 Minuten ab Dresden Hauptbahnhof, Fahrzeit rund 25 Minuten) und steigst dort in den Bus 237 in Richtung Sebnitz. Der Bus hält direkt am Markt in Hohnstein, Fahrzeit Pirna–Hohnstein etwa 35 Minuten. Aktuelle Verbindungen prüfst du auf bahn.de oder bei der VVO.
Eine Alternative für Wanderfans: Anreise mit der S1 bis Bad Schandau, dort steigst du in den Wanderbus 252 oder läufst in 2:30 Stunden durch das Polenztal nach Hohnstein hinauf. Der Tarif Verkehrsverbund Oberelbe (Tarifzone 71) deckt Bahn und Bus ab — Tageskarte Erwachsene rund 17 Euro für die ganze Region.
Mit dem Flugzeug
Nächster Verkehrsflughafen ist Dresden (DRS), etwa 45 km entfernt. Vom Flughafen kommst du mit der S2 in 22 Minuten zum Hauptbahnhof, dort steigst du in die S1 nach Pirna und in den Bus 237 nach Hohnstein um. Gesamtzeit Flughafen → Hohnstein: rund 1:45 Stunden inklusive Umstiegen. Alternativ Prag (PRG, 130 km) mit deutlich mehr Direktverbindungen — von dort am bequemsten mit Mietwagen über D8 und B172.
Parken vor Ort
Im Stadtkern gibt es drei zentrale Bereiche: Parkplatz am Markt (Tagesticket 4 Euro, eng und früh voll), Parkdeck am Schwarzbachtal (5 Euro pro Tag, fünf Minuten Fußweg zur Burg) und der große Wanderparkplatz Brand (3 Euro pro Tag, ideal für die Brand-Aussicht). Für das Polenztal empfiehlt sich der Wanderparkplatz Waltersdorf (kostenfrei, am unteren Talzugang). Hotels mit eigener Tiefgarage sind selten — bei der Buchung gezielt nach Stellplatz fragen.
Burg, Polenztal und Brand
Hohnstein liegt mitten im Nationalpark Sächsische Schweiz — knapp 94 Quadratkilometer Schutzgebiet, direkt an der Westflanke der Affensteine, mit dem Polenztal als markantem Talgraben. Drei Schwerpunkte:
Burg Hohnstein
Die Burg Hohnstein sitzt auf einem freistehenden Sandsteinfels und gilt als eine der größten erhaltenen Burganlagen Sachsens — erstmals 1333 urkundlich erwähnt, im Mittelalter Sitz der Herren von Berken, später kursächsisches Amtsgericht und Jagdschloss. Heute beherbergt sie eine der ältesten Jugendherbergen Deutschlands (Eröffnung 1925), das Burgmuseum mit Räumen zur Zeit als Konzentrationslager 1933 bis 1934 und einen Aussichtsturm mit 360-Grad-Blick über das Polenztal und die Tafelberge. Eintritt Burg und Museum rund 6 Euro, Familienkarte 14 Euro, ganzjährig geöffnet außer Heiligabend und Silvester. Aktuelle Öffnungszeiten und Sonderausstellungen pflegt der Burg-Verein Hohnstein.
Polenztal und Hockstein
Das Polenztal zwischen Hohnstein und Hocksteinschänke ist eines der grünsten Wandertäler des Nationalparks — schmal, wasserreich, im Frühjahr ein Märzenbecher-Meer. Die Polenz schlängelt sich rund 5 km zwischen Sandsteinwänden, der markierte Weg führt über Holzbohlen und Felsstufen, dauert 1:45 Stunde Richtung Hocksteinschänke und ist auch mit Kindern gut machbar (kein Steigen, nur leichte Stufen). Am Endpunkt liegt der Hockstein (290 m), ein freistehender Felskegel mit alter Wachtsteig-Treppe und Blick auf die Burg Hohnstein gegenüber. Markierung blauer Strich, Start am Wanderparkplatz Waltersdorf oder direkt unter der Burg.
Brand-Aussicht und Affensteine
Der Brand auf 317 Metern ist als "Balkon der Sächsischen Schweiz" bekannt — eine offene Hochfläche mit Berggasthaus und Panoramablick über die Tafelberge bis zur Festung Königstein und zum Lilienstein. Vom Wanderparkplatz Brand erreichst du die Aussicht in 5 Minuten zu Fuß auf befestigten Wegen, vom Markt Hohnstein in 30 Minuten Anstieg über die Brandstraße. Das Berggasthaus Brand ist seit 1894 in Betrieb, ganzjährig geöffnet, Hauptgericht 14 bis 22 Euro, im Winter mit Kachelofen. Wer weiter will, läuft von hier 1:30 Stunde über die Brandstufen ins Affensteinrevier — markiert mit dem grünen Strich des SBB.
Top-Sehenswürdigkeiten
Burg Hohnstein
Eine der größten erhaltenen Burganlagen Sachsens, erstmals 1333 erwähnt. Heute Burgmuseum, Jugendherberge und Aussichtsturm in einem. Die Geschichte reicht von kursächsischer Amtsverwaltung über das KZ-Schicksal 1933 bis zur 100-jährigen Jugendherberge. Eintritt rund 6 Euro, Familienkarte 14 Euro. Im Burghof finden im Sommer Konzerte und der Mittelalterliche Burgmarkt am ersten Augustwochenende statt.
Brand-Aussicht und Berggasthaus
Auf 317 m offene Hochfläche mit Panoramablick auf Lilienstein, Königstein und Schrammsteine — der "Balkon der Sächsischen Schweiz". Berggasthaus seit 1894, ganzjährig geöffnet. Vom Parkplatz Brand 5 Minuten Fußweg, vom Markt Hohnstein 30 Minuten Anstieg. Sonnenaufgang im Herbst über dem Nebelmeer ist eines der eindrucksvollsten Naturschauspiele der Region.
Hohnsteiner Puppenspielhaus
Das Puppentheater am Max-Jacob-Platz pflegt das Erbe der Hohnsteiner Puppenspiele, die Max Jacob 1921 begründete und die den "Hohnsteiner Kasper" weltberühmt machten. Vorstellungen für Kinder samstags um 15 Uhr, im Sommer auch Mittwoch und Freitag. Eintritt rund 7 Euro für Erwachsene, 5 Euro für Kinder. Das angeschlossene Museum zeigt historische Spielfiguren von 1921 bis heute.
Hockstein und Wolfsschlucht
Freistehender Felskegel auf 290 m über dem Polenztal, gegenüber der Burg Hohnstein. Aufstieg über die historische Wachtsteig-Treppe (steile Sandstein-Stufen aus dem 19. Jahrhundert) in 25 Minuten ab Polenztalsohle. Oben Plattform mit Eisengeländer und Blick auf Burg und Tal. Auf dem Rückweg lohnt der Abstecher in die Wolfsschlucht — ein 30 m tiefer Felsspalt, eng und kühl auch im Hochsommer.
Marktplatz und Fachwerkkern
Der historische Marktplatz mit Rathaus von 1888, dreigeschossigen Fachwerkhäusern und Sandsteinbrunnen ist Dorfanger und Treffpunkt zugleich. Die Tourist-Information sitzt im Rathaus, die ältesten Häuser an der Obertorstraße stammen aus dem 17. Jahrhundert. Im Advent stellt der Ort die größten Räuchermänner und Schwibbögen der Region auf — die Tradition der erzgebirgisch-sächsischen Holzkunst erreicht hier ihre Westflanke.
Polenztal-Wanderweg
Talwanderung von der Polenzbrücke an der B172 bis zur Hocksteinschänke, rund 5 km auf dem Malerweg-Abschnitt. Holzbohlen, Felsstufen, Märzenbecher im März, Buchenwald-Gold im Oktober. Die Hocksteinschänke ist seit 1898 in Betrieb, Hauptgericht 12 bis 18 Euro, ganzjährig geöffnet, Bargeld bevorzugt. Markierung blauer Strich.
Bastei und Basteibrücke
Die berühmteste Aussicht der Sächsischen Schweiz auf 194 m über der Elbe, etwa 8 km westlich von Hohnstein. Die Sandsteinbrücke aus dem Jahr 1851 verbindet sieben Felsen zu einem 76 m langen Spazierweg. Eintritt frei, Anfahrt mit Bus 237 oder Auto bis Lohmen, dann 20 Minuten Fußweg. Direkter Wanderweg ab Hohnstein über das Polenztal in rund 2:30 Stunden.
Stadtkirche Hohnstein
Die evangelische Stadtkirche im Ortszentrum stammt in ihrer heutigen Form aus dem Jahr 1725 — barocker Saalbau mit zweigeschossigen Emporen und einer Jehmlich-Orgel von 1903. Gottesdienst sonntags 9:30 Uhr, Sommerkonzerte mehrmals im Juli und August. Direkt an der Burg, kostenfreier Zutritt zu den Öffnungszeiten der Burg.
Aktivitäten und Erlebnisse
Was du in Hohnstein unternimmst, hängt von Saison und Reisegruppe ab. Vier Konstellationen:
Im Frühling und Herbst
- Wandern auf Polenztal-Tour, Brandstufen-Rundweg oder Malerweg-Etappen — Routen 6 bis 18 km, alle vom Sächsischen Bergsteigerbund markiert
- Klettern: Hohnstein liegt am Rand der Affensteine mit über 200 Klettergipfeln, Klettergartenbereich am Brand und Pfaffenstein, Verleih und Kurse über die SBB-Geschäftsstelle
- Märzenbecher-Wanderung Ende März im Polenztal, eines der größten Vorkommen Sachsens
- Fotografie auf der Brand-Aussicht bei Sonnenaufgang im Oktober — Talnebel über den Sandsteinriffen
Im Sommer
- Konzerte im Burghof mehrmals wöchentlich von Juni bis August
- Mittelalterlicher Burgmarkt am ersten Augustwochenende — Handwerk, Musik, Gauklerprogramm
- Kletterkurse für Einsteiger über die SBB-Geschäftsstelle, Halbtages- und Tageskurse
- Open-Air-Vorstellungen der Hohnsteiner Puppenspiele auf dem Burggelände
Mit Kleinkindern
Burgmuseum mit Kinderführung, Hohnsteiner Puppenspielhaus mit samstäglicher Kasper-Vorstellung, Polenztal mit Holzbohlenweg ohne Steigen. Die Brand-Aussicht ist mit dem Kinderwagen nur bedingt erreichbar — Schotterweg, am Ende eine Treppe. Im Sommer bieten Naturparkführer Familienprogramme rund um Wald und Sandstein, Anmeldung über die Tourist-Information am Markt.
Bei Regen und Schlechtwetter
- Burgmuseum Hohnstein mit Räumen zur Zeit als KZ-Lager und zur Jugendherberge-Geschichte
- Hohnsteiner Puppenspielhaus mit Vorstellung und Museum
- Festung Königstein mit Kasematten-Tour, 18 km südlich, teils unter Tage
- Schloss Pillnitz 35 km elbabwärts — Wasserschloss mit chinoisem Dachstuhl
Gastronomie und regionale Spezialitäten
Die sächsische Küche ist deftig und bodenständig: Sauerbraten mit Klößen, Kartoffelsuppe, Quark mit Leinöl und Pellkartoffeln, dazu Wild aus den umliegenden Wäldern und Forelle aus den Bachzuchten im Polenztal. Drei Anlaufstellen:
Restaurants im Ort
- Burgrestaurant Hohnstein: im Burghof, sächsische Küche und Wildgerichte aus regionaler Jagd, Hauptgericht 16 bis 26 Euro, Kachelofen-Saal mit Burgblick
- Gasthof Zur Hoffnung: traditionelle Wirtsstube am Markt, Hauptgericht 12 bis 20 Euro, abends Reservierung empfohlen
- Hocksteinschänke: am Talausgang Polenz, seit 1898 in Betrieb, Forelle aus dem Polenzbach, Hauptgericht 14 bis 22 Euro, Bargeld bevorzugt
- Café Schmidt: einfache Mittagskarte am Max-Jacob-Platz, hausgebackene Kuchen, kinderfreundlich
Hütten und Berggasthäuser
Das Berggasthaus Brand auf 317 m bietet ganzjährige Küche — Bratkartoffeln mit Spiegelei, Wildgulasch, im Winter Glühwein. Erreichbar in 5 Minuten ab Wanderparkplatz oder 30 Minuten Anstieg ab Markt. Die Hocksteinschänke auf 230 m ist ganzjährig geöffnet, im Sommer mit Terrasse über dem Polenztal. Bring kleines Geld mit — beide nehmen Karten nur eingeschränkt.
Cafés und Konditoreien
Das Café Schmidt am Max-Jacob-Platz führt sächsische Eierschecke (Stück 4 Euro) und Quarkkeulchen mit Apfelmus. Die Bäckerei Trautmann an der Obertorstraße öffnet ab 6 Uhr und versorgt Frühaufsteher mit Brötchen vor der Wandertour. Im Sommer Terrasse mit Blick auf das Rathaus.
Regionale Spezialitäten zum Mitnehmen
- Sächsische Eierschecke: dreischichtige Quark-Mohn-Tarte, klassisch Mittwochs frisch in der Bäckerei Trautmann
- Hohnsteiner Wildwurst: aus regionaler Jagd, in der Fleischerei am Markt
- Sandstein-Kasper: Räuchermännchen-Variante des Hohnsteiner Kaspers, im Souvenirladen am Puppenspielhaus
- Polenztaler Forellenfilet: aus der Bachzucht am Talausgang, geräuchert oder eingelegt
Events und Saisonkalender
Hohnstein verteilt seine Höhepunkte über das ganze Jahr — die wichtigsten Termine sortiert nach Quartal, weil die Datums sich jährlich verschieben:
Frühjahr (März bis Mai)
Ende März blühen die Märzenbecher im Polenztal — eines der größten Vorkommen Sachsens, der Talweg ist dann komplett von weißen Glöckchen gesäumt. Anfang Mai eröffnet die Burg-Saison mit verlängerten Öffnungszeiten und ersten Burgkonzerten. Im Mai öffnet auch die SBB-Kletterschule am Pfaffenstein für Schnupperkurse.
Sommer (Juni bis August)
Hauptsaison für Wandern und Klettern. Donnerstagabends im Juli und August spielen Bläserensembles und Kammerchöre im Burghof — Eintritt rund 12 Euro. Am ersten Augustwochenende läuft der Mittelalterliche Burgmarkt mit Handwerkern, Spielleuten und Gauklerprogramm, Eintritt rund 9 Euro, Familienkarte 22 Euro. Im Juli und August zeigt das Puppenspielhaus Open-Air-Vorstellungen auf dem Burggelände.
Herbst (September bis November)
Goldener Oktober im Polenztal: Buchenwald gelb-orange, klare Sicht über die Tafelberge, Talnebel an kühlen Morgen. Anfang Oktober das Hohnsteiner Herbstfest am Markt mit regionalen Produzenten und Wildgerichten. Ende Oktober schließen einige Saisonbetriebe, Berggasthaus Brand und Hocksteinschänke bleiben geöffnet.
Winter (Dezember bis Februar)
Adventsmarkt am Markt am zweiten und dritten Adventssamstag mit den größten Räuchermännern und Schwibbögen der Region — die erzgebirgisch-sächsische Holzkunst-Tradition. Im Januar und Februar liegt an 35 bis 45 Tagen Schnee auf dem Plateau, der Brand wird zum stillen Aussichtspunkt. Wellnesshotels haben Tiefstpreise, viele Wanderwege sind geräumt.
Geschichte und Kultur
Hohnstein hat zwei kulturelle Säulen, die den Ort über die Region hinaus prägen: die Burg auf dem Sandsteinfels und die Hohnsteiner Puppenspiele aus den 1920er-Jahren.
Burg als Jugendherberge seit 1925
Die Burg Hohnstein wurde 1925 zur größten Jugendherberge Deutschlands umgebaut — ein Projekt der frühen Wanderbewegung, das bis 1933 zehntausende Jugendliche im Jahr beherbergte. Nach der Schließung 1933 nutzte das NS-Regime die Burg als frühes Konzentrationslager für politische Häftlinge — eine Phase, an die das Burgmuseum mit eigenem Raum und Stolpersteinen vor dem Eingang erinnert. Nach 1945 wieder Jugendherberge, in der DDR Schulungsstätte, seit 1990 wieder im Verband der Jugendherbergen Deutschland. Übernachtung im Mehrbettzimmer ab 32 Euro pro Person.
Hohnsteiner Puppenspiele
Max Jacob gründete 1921 in Hohnstein die nach ihm benannte Puppenspiel-Schule, die den Hohnsteiner Kasper zum Begriff der deutschen Theaterkultur machte — schlanke Figur mit langer Nase, Stockmarionetten-Technik, naturalistisches Schauspiel statt grobem Klamauk. Heute pflegt das Hohnsteiner Puppenspielhaus am Max-Jacob-Platz das Erbe mit ganzjährigem Spielplan, Sommerfestival und einem Museum mit Originalfiguren von 1921 bis heute. Vorstellungen samstags um 15 Uhr, Eintritt rund 7 Euro für Erwachsene.
Sandsteinabbau und Felsenstadt-Charakter
Bevor der Tourismus kam, lebte Hohnstein vom Sandsteinabbau — die Felsbrüche rund um Lohmen und Wehlen lieferten Baumaterial für Dresdner Barockbauten, von der Frauenkirche bis zum Zwinger. Die heute typische Fachwerkbebauung am Marktplatz und an der Obertorstraße entstand zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert auf Sandsteinkellern, die teilweise in den Fels selbst geschlagen sind. Der historische Stadtkern steht seit 1985 unter Ensembleschutz.
Wetter und beste Reisezeit
Hohnstein liegt im Mittelgebirgsklima des Elbsandsteingebirges — gemäßigt-kontinental mit deutlich kühleren Sommern als das Elbtal in Bad Schandau und mehr Schnee in den Wintermonaten. Die DWD-Station Hohnstein auf 327 m liefert hier eigene Daten: Jahresmitteltemperatur 8,2 Grad, Niederschlag 730 mm pro Jahr, an 35 bis 45 Tagen liegt Schnee. Im Hochsommer bleibt die Burg-Hochfläche etwa 2 Grad kühler als das Polenztal — ein Vorteil an Hitze-Wochenenden.
Beste Reisezeit für Wanderer
Mai & September
Hochsaison
Juli & August
Wellness und Ruhe
November bis Februar
Praktische Tipps
- € Kurtaxe: 2 Euro pro Erwachsenem und Tag in der Hauptsaison (Mai bis Oktober), 1 Euro in der Nebensaison. Wird über das Hotel mitabgerechnet, gilt als Gästekarte mit Rabatten an Burg, Puppenspielhaus und Berggasthaus Brand.
- 🐕 Hunde: in Hohnstein und im Nationalpark Sächsische Schweiz erlaubt, ganzjährige Leinenpflicht im Schutzgebiet und auf allen markierten Wanderwegen. In Restaurants meist willkommen, Hotels mit Hunde-Zuschlag von 8 bis 15 Euro pro Tag. Im Burgmuseum sind Hunde nicht erlaubt.
- 📶 WLAN und Mobilfunk: kostenfreies Hotspot-Netz am Markt und am Burgaufgang. Im Polenztal und auf dem Brand-Plateau oft kein Mobilfunk-Empfang — Karten offline laden, Komoot oder Outdooractive vor der Tour herunterladen.
- + Apotheke und Ärzte: Burg-Apotheke an der Obertorstraße, eine Hausarztpraxis am Markt, nächste Reha-Klinik in Bad Schandau. Notdienst rotiert mit Sebnitz und Pirna. Nächstes Krankenhaus: Klinikum Pirna (18 km), Universitätsklinikum Dresden (35 km).
- € Geldautomaten: Sparkasse Sächsische Schweiz am Markt, weiterer Automat an der Obertorstraße. In Berggaststätten und in der Hocksteinschänke oft nur Bargeld — vor der Tour 50 Euro abheben.
- ♿ Barrierefreiheit: Marktplatz und Burgvorhof eingeschränkt rollstuhltauglich (historisches Kopfsteinpflaster), Burgmuseum mit Treppen ohne Aufzug. Wanderwege im Nationalpark eingeschränkt — barrierefrei sind nur der Polenztal-Talweg auf den ersten 800 Metern und die Hochfläche am Brand-Parkplatz.
- ⚓ Wer im Polenztal wandert, sollte feste Schuhe tragen — die Holzbohlen werden bei Regen rutschig, einige Stufen sind aus dem Sandstein selbst geschlagen und bei Nässe spiegelglatt.
- i Tourist-Information: Markt 2 im Rathaus, ganzjährig geöffnet, in der Saison auch sonntags. Wanderkarten, Veranstaltungspläne, Burg-Kombitickets, Vermittlung von Privatzimmern und Pensionen.
Insider-Tipps
Vier Spots, die nicht in jedem Reiseführer stehen:
Brand-Aussicht im Sonnenaufgang
Der Aufstieg ab Markt dauert 30 Minuten über die Brandstraße, im Herbst lohnt sich der frühe Start — Talnebel im Polenztal und klare Höhenluft auf 317 m geben Bilder, die im Sommer nicht möglich sind. Stirnlampe einpacken, der Weg ist im Oktober vor sieben Uhr noch dunkel.
Wachtsteig zur Hocksteinschänke
Statt der breiten Polenztalsohle nimmst du den schmalen Wachtsteig auf dem Hangweg über dem Tal — historische Sandstein-Stufen aus dem 19. Jahrhundert, an manchen Stellen Eisengeländer, deutlich weniger frequentiert als der Talweg. Markierung gelber Strich, ab Burgaufgang in 1:30 Stunde zur Hocksteinschänke. Schwindelfreiheit hilft, Wanderschuhe Pflicht.
Kletterschule am Pfaffenstein
Die SBB-Kletterschule bietet im Sommer Halbtages-Schnupperkurse am Pfaffenstein-Massiv (rund 6 km östlich) — Einstieg ab 12 Jahren, Material wird gestellt, Kosten rund 65 Euro pro Person. Kein Massentourismus, dafür echte Sandstein-Kletterei mit Schlingen statt Bohrhaken — die sächsische Klettertradition seit 1864. Anmeldung über die SBB-Geschäftsstelle in Dresden mit zwei Wochen Vorlauf.
Sommer-Konzert im Burghof
Donnerstagabends im Juli und August spielen Bläserensembles und Kammerchöre im Burghof — Eintritt 12 Euro, Programm beim Burg-Verein. Die Akustik des Sandsteinkessels macht selbst kleine Besetzungen warm, der Blick beim Sonnenuntergang auf das Polenztal ist die zweite Hälfte des Konzerts. Mantel mitnehmen, oben auf 327 m wird es nach Einbruch der Dämmerung kühl.
Umgebung und Tagesausflüge
Die Region rund um Hohnstein hat mehr zu bieten als Burg und Brand. Drei Tagestouren für drei Wettertypen:
Bei Sonne: Bastei und Felsenburg Neurathen (8 km)
Mit dem Bus 237 in 25 Minuten oder per Wanderung über den Malerweg in 2:30 Stunden. Vor Ort: Basteibrücke aus dem Jahr 1851, Felsenburg Neurathen (Eintritt 3 Euro), Aussichtspunkt auf 194 m über der Elbe. Mittagessen im Berghotel Bastei, Rückfahrt mit dem Bus oder zu Fuß über die Schwedenlöcher. An Sommerwochenenden früh kommen — ab 10 Uhr ist der Aussichtssteig stark frequentiert.
Bei Wechselwetter: Festung Königstein (18 km)
Auto 25 Minuten oder Bus 237 plus S1 plus Festungs-Express. Eine der größten Bergfestungen Europas auf 240 m Tafelberg, 9,5 Hektar Fläche, über 50 Bauwerke aus 800 Jahren. Tageskarte ab 15 Euro, Kasematten-Tour zusätzlich 4 Euro. Plan einen ganzen Tag — die Festung hat eigene Brunnenstube, Munitionsmagazin und Weinkeller. Kombiniert sich gut mit dem Königstein-Ort für Mittagessen.
Bei Regen: Dresden Altstadt (35 km)
Bus 237 nach Pirna, S1 in 25 Minuten zum Hauptbahnhof, dann zu Fuß ins Zentrum. Frauenkirche (Wiederaufbau 2005, Eintritt frei), Zwinger mit Alter-Meister-Galerie (rund 14 Euro), Semperoper-Führung (rund 14 Euro), Residenzschloss mit Grünem Gewölbe. Mittagessen im Coselpalais, Rückfahrt zur S1 vor 20 Uhr — danach nur noch stündlich.
Weitere Tagesziele (35 bis 130 km)
- Schloss Pillnitz: Wasserschloss mit chinoisem Dachstuhl, 35 km elbabwärts, mit dem Auto in 50 Minuten.
- Sebnitz: Kunstblumenstadt mit Manufaktur-Museum, 14 km östlich, mit dem Bus 252 erreichbar.
- Děčín (Tschechien): tschechisches Pendant am Elbufer, 35 km südlich, Schloss und Aussichtsturm Pastýřská stěna.




