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Hey, Bulgarien hat jetzt Euro – tschüss Lew!

Ab 2026 zahlst du in Bulgarien mit Euro – kein Wechselstress, einfacher Urlaub und klarere Preise.

Altstadt mit steilen Straßen, alten Häusern und blühenden Balkonen. Im Hintergrund Berge und blauer Himmel.
Ab 2026 zahlst du in Bulgarien mit Euro – kein Wechselstress, einfacher Urlaub und klarere Preise.

Hey, Bulgarien hat jetzt Euro – tschüss Lew!

Hey, Bulgarien hat jetzt Euro – tschüss Lew! Am 1. Januar 2026 hat das Land offiziell die gemeinsame Währung eingeführt und nach rund 140 Jahren ist der Lew Geschichte. Für viele ist das mehr als nur ein Wechsel der Münzen im Portemonnaie: Es ist der symbolische Abschluss einer fast 20 Jahre andauernden Annäherung an die EU. Die Europäische Kommission bestätigte, dass Sofia die notwendigen Prüfsteine übersprungen hat — stabile Inflation, eine Staatsverschuldung unter der 60‑Prozent‑Marke des BIP, solide Finanzen und mindestens zwei Jahre im ERM II. Damit steht Bulgarien als einziges EU‑Land auf der Liste für 2026 und rückt als 21. Mitglied in den Euroraum. Ich hatte beim Lesen dieses Datums ein merkwürdig stolz‑wehmütiges Gefühl, so als würde man einer alten Münzsammlung Lebewohl sagen.

Trotz der ökonomischen Fakten tobt die politische Bühne weiter. In Sofia entluden sich Unmut und Misstrauen in heftigen Protesten; Demonstranten forderten unter anderem das Entfernen der ukrainischen Flagge und warfen der Regierung Korruption vor. Der politische Druck war so groß, dass Ministerpräsident Rosen Zhelyazkov nach einem Misstrauensvotum mit 106 Stimmen zurücktrat. Solche Bilder — Menschenmengen, Trommeln, improvisierte Redner auf Treppenstufen — bleiben nicht ohne Wirkung auf die Stimmung im Land. Für viele Bulgarinnen und Bulgaren mischt sich Hoffnung auf wirtschaftliche Stabilität mit Sorgen über Machtkämpfe und die Frage, wer die nächsten Entscheidungen trifft.

Praktisch wirst du als Reisender oder als jemand, der hier lebt, einige Veränderungen sehen und spüren. Euro‑Scheine und -Münzen sind ab Jahresbeginn alltäglich, die Behörden haben Übergangsregelungen angekündigt, sodass der Lew nicht sofort verschwindet. An der Kasse kann es anfangs spannend werden: doppelte Preisauszeichnungen, Kassenbons mit beiden Währungen und gelegentliches „Aufrunden“, das bei Kaffee oder am Markt auffallen könnte. Experten warnen davor, dass kurzfristig Preise nachjustiert werden — langfristig erwarten viele aber eine stabilere Preisentwicklung und vereinfachte grenzüberschreitende Geschäfte. Ursula von der Leyen nannte den Beitritt einen „wichtigen Meilenstein“, besonders für Reisen und Handel; und ja, Rechnungen zwischen Sofia und Skopje oder Athen werden dadurch deutlich übersichtlicher.

Beim Abschied vom Lew mischt sich Nostalgie mit praktischem Alltag: Großmütter werfen noch alte Münzen in Einmachgläser, Straßenverkäufer kleben neue Preisschilder, und Geldautomaten wechseln ihre Beschriftung. Für dich heißt das: Augen offenhalten, Quittungen vergleichen und beim Umtausch oder beim Bezahlen ein bisschen skeptisch bleiben, bis sich Routinen eingespielt haben. Bulgarien setzt damit einen weiteren Schritt Richtung Europa — und während die Politik weiter rotiert, bleibt die Frage spannend, wie schnell Alltag und Wirtschaft die neue Währung wirklich verinnerlichen. Ich bleibe dran und berichte, wenn sich erste echte Preis‑ und Lohntrends abzeichnen.

TH

Thomas Harnisch

Reiseblogger

Thomas Harnisch ist leidenschaftlicher Reiseblogger und Gründer von weloveurlaub.de. Mit über 20 Jahren Erfahrung in der Reisebranche teilt er seine Expertise und Insider-Tipps, um Ihnen unvergessliche Urlaubserlebnisse zu ermöglichen. Mehr über Thomas →