Camping in Deutschland bleibt günstig trotz Preiserhöhungen
Aktuelle Zahlen aus der PiNCAMP-Preisanalyse 2025 zeigen: Europaweit sind die Stellplatzpreise dieses Jahr spürbar nach oben gegangen — im Schnitt um etwa sechs Prozent. Trotzdem bleibt Deutschland auf dem Kontinent die preislich freundlichste Adresse, auch wenn das Portemonnaie hier nicht mehr ganz so entspannt ist wie vor ein paar Jahren. Auffällig fand ich bei der Lektüre, wie stark die Unterschiede zwischen den Ländern ausfallen: Klassiker wie Kroatien ziehen deutlich höhere Summen (rund im hohen 60-Euro-Bereich), Italien liegt ähnlich, und selbst die Schweiz verlangt deutlich mehr als viele süd- oder nordeuropäische Alternativen. Dazwischen tummeln sich Frankreich, Dänemark und Schweden mit moderateren Raten — ein bunter Flickenteppich also, bei dem Deutschland weiterhin rustikal günstige Optionen anbietet.
Innerhalb der Republik sieht die Lage wild gesprenkelt aus: Manche Bundesländer bleiben echte Schnäppcheninseln, andere bewegen sich schon im Mittelfeld oder darüber. Hessen rangiert relativ niedrig, während Schleswig-Holstein und Niedersachsen ähnliche, moderate Preise zeigen. Sachsen-Anhalt klettert leicht darüber; Saarland, Rheinland-Pfalz und Sachsen liegen in einer ähnlichen Zone mit durchschnittlichen Nächten um die vierzig Euro-Marke. Baden-Württemberg taucht auf der etwas teureren Seite auf. Wenn du regional planst, lohnt sich ein genauer Blick: In Bayern etwa schwanken die Kosten massiv — während Niederbayern recht günstig bleibt, zocken die beliebten Alpenregionen deutlich mehr Geld. Auch innerhalb von Nordrhein-Westfalen kannst du sparen, wenn du statt der touristischen Hotspots eher in die Randregionen fährst.
Was hinter den Zahlen steckt? Kurz gesagt: Nachfrage und Narben der Pandemie-Erholung spielen eine Rolle. Camping hat als Urlaubsform weiter an Popularität gewonnen, und viele Plätze verzeichneten 2024 einen neuen Besucherrekord — in absoluten Zahlen handelte es sich um mehrere zehn Millionen Übernachtungen. Betreiber reagieren auf die anhaltend starke Auslastung und auf gestiegene Betriebskosten; das schlägt sich in moderaten Aufschlägen nieder, die aber nicht flächendeckend dramatisch sind. Gleichwohl hat das Preissystem mehr Dynamik bekommen: Saisonzeiten, regionaler Andrang und Zusatzleistungen entscheiden oft mehr über die Wochenendrechnung als früher.
Wenn du jetzt planst, musst du nicht in Angststarre verfallen. Flexibilität zahlt sich aus: Termine außerhalb der absoluten Spitzenwochen, spontane Buchungen unter der Woche und der Griff zu weniger bekannten Landstrichen können ordentlich sparen. Mir hat sich gezeigt, dass kleinere Familienplätze oder private Betreiber oft freundlicher zum Geldbeutel sind als große Anlagen mit vielen Extras. Außerdem lohnt sich ein prüfender Blick auf Zusatzkosten (Strom, Hund, Kurtaxe), die schnell den Eindruck eines vermeintlichen Schnäppchens zerstören können. Kurz und gut — ja, die Preise sind gestiegen, aber wer clever plant, findet in Deutschland immer noch entspannte und bezahlbare Campingmöglichkeiten.



