Der Botanische Garten München-Nymphenburg gehört zu den bedeutendsten wissenschaftlichen Botanischen Gärten der Welt und liegt im Münchner Nordwesten direkt nördlich vom Schlosspark Nymphenburg. Die heutige Anlage wurde 1914 als Verlagerung des alten Botanischen Gartens vom Karolinenplatz eröffnet und umfasst rund 21 Hektar Freifläche sowie 4.500 Quadratmeter Schauhäuser mit etwa 16.000 Pflanzenarten und Sorten aus allen Klimazonen der Erde. Die vier großen Häuser — Palmenhaus, Kakteenhaus, Victoria-Haus und Farnhaus — beherbergen unter anderem den berühmten Amazonas-Lotus Victoria amazonica mit seinen meterbreiten Schwimmblättern. Themengärten wie Alpinum, Rosengarten, Schmuckhof, Rhododendron-Hain, Bambushain, Heilkräutergarten und Bauerngarten gliedern die Außenanlagen. Der Eintritt kostet 5,50 Euro, geöffnet ist täglich ab 9 Uhr, im Sommer bis 19 oder 20 Uhr. Die Anreise mit der Tram 17 bis zur Haltestelle Botanischer Garten dauert ab Hauptbahnhof rund 20 Minuten.
Anreise und Erreichbarkeit
Der Botanische Garten liegt im Münchner Stadtteil Neuhausen-Nymphenburg, rund fünf Kilometer nordwestlich vom Hauptbahnhof und direkt nördlich des Schlossparks Nymphenburg. Die Adresse Menzinger Straße 65 erreicht man am bequemsten mit der Tram 17, die direkt vor dem Haupteingang hält und beide Münchner Hauptachsen — Hauptbahnhof und Karlsplatz Stachus — sauber bedient. Wer den Garten mit dem Schloss Nymphenburg kombiniert, läuft zwischen beiden Anlagen rund zehn Minuten zu Fuß durch den nördlichen Schlosspark.
Mit dem Auto
Aus Richtung Norden verlassen Sie die A9 oder A99 am Frankfurter Ring und folgen der Lerchenauer Straße südwärts bis zur Menzinger Straße. Aus dem Westen bringt Sie die A8 über den Mittleren Ring direkt in den Münchner Nordwesten, der Mittlere Ring (B2R) liegt nur rund einen Kilometer südlich vom Garten. Direkt am Haupteingang Menzinger Straße 65 befindet sich ein gebührenpflichtiger Besucherparkplatz mit rund 100 Stellplätzen, in den Sommermonaten und an Wochenenden früh anreisen. Alternativ stehen kostenfreie Stellplätze entlang der Menzinger Straße und der Maria-Ward-Straße, die häufig schneller frei werden als der Hauptparkplatz.
Mit der Bahn und dem ÖPNV
Die Tram-Linie 17 hält direkt am Haupteingang an der Haltestelle „Botanischer Garten“ und verbindet den Garten in rund 20 Minuten mit dem Hauptbahnhof sowie in 15 Minuten mit dem Karlsplatz Stachus. Eine zweite Option ist die S-Bahn S1 oder S2 bis Hirschgarten, von dort führt ein rund zehnminütiger Fußweg durch den nordwestlichen Schlosspark Nymphenburg zum Garten-Eingang. Vom Marienplatz erreicht man den Garten in rund 30 Minuten — U3/U6 bis Universität, Umstieg auf Tram 27 oder zurück mit Tram 17 ab Karlsplatz. Buslinien ergänzen das Netz, sind für Touristen aber selten die erste Wahl.
Mit dem Flugzeug
Vom Flughafen München bringt die S-Bahn S1 oder S8 in rund 40 Minuten zum Hauptbahnhof, von dort weiter mit Tram 17 in zusätzlichen 20 Minuten direkt zum Garten. Wer mit größerem Gepäck reist, fährt günstiger mit dem Lufthansa-Express-Bus bis Hauptbahnhof und steigt dort in die Tram um. Mietwagen sind für den reinen Garten-Besuch wenig sinnvoll, da der ÖPNV-Anschluss exzellent ist und die Parkplatz-Situation in Nymphenburg eng werden kann.
Vor Ort bewegen und Parken
Der Botanische Garten selbst ist autofrei und über breite, weitgehend ebene Hauptwege erschlossen, die für Kinderwagen, Rollstuhl und Gehhilfen geeignet sind. Die vier Schauhäuser sind über Rampen oder ebenerdig erreichbar, einzig die schmalen Verbindungsgänge zwischen Palmenhaus und Victoria-Haus erfordern etwas Geduld bei viel Andrang. Wer Schlosspark Nymphenburg und Botanischen Garten an einem Tag verbindet, lässt das Auto am besten am Schloss-Parkplatz Süd, läuft durch den nördlichen Schlosspark zum Garten und kombiniert beides zu einem Halb- bis Ganztagsbesuch.
Die vier Schauhäuser
Die 4.500 Quadratmeter Gewächshausfläche verteilen sich auf vier thematisch geordnete Häuser, die sich um den zentralen Schmuckhof und das große Wasserbecken gruppieren. Jedes Haus simuliert ein eigenes Klima und beherbergt Pflanzen, die in München unter freiem Himmel nicht überleben würden — von Wüstenkakteen über tropische Palmen bis zur größten Seerose der Welt.
Das Palmenhaus
Das große Palmenhaus ist der erste Eindruck nach dem Eingang und steht für die feucht-warme Tropenzone. Unter der gläsernen Bogenkonstruktion ragen Palmenarten verschiedener Kontinente bis zu 15 Meter in die Höhe, dazwischen Bananenstauden, Bromelien und Lianen. Die Luftfeuchte liegt häufig über 80 Prozent, im Winter wird das Haus auf 18 bis 22 Grad temperiert. Wer aus der Münchner Kälte hereinkommt, beschlägt sofort die Brille — und genau das macht den Reiz dieses Hauses aus.
Das Kakteenhaus
Direkt gegenüber liegt das Kakteenhaus mit Hunderten von Säulenkakteen, Kugelkakteen, Agaven und Sukkulenten aus Mexiko, dem amerikanischen Südwesten und den Anden. Die größten Stücke der Sammlung wachsen seit Jahrzehnten an ihren Standorten und erreichen Höhen von mehreren Metern. Die Atmosphäre ist trocken und warm, im Frühling blühen einzelne Kakteen-Arten in spektakulären Farben — wenige Tage nur, dann ist die Blüte vorbei. Wer Glück hat, erlebt die Königin-der-Nacht.
Das Victoria-Haus
Das Highlight für viele Besucher ist das kleine, aber spektakuläre Victoria-Haus mit dem Amazonas-Lotus Victoria amazonica im großen Wasserbecken. Die Schwimmblätter werden bis zu zwei Meter im Durchmesser groß und sind so tragfähig, dass kleinere Kinder darauf stehen könnten — was selbstverständlich nicht erlaubt ist. Die Blüten öffnen sich nur zwei Nächte pro Pflanze, in der ersten Nacht weiß, in der zweiten rosa, dann sinken sie ab und reifen unter Wasser. Beste Besuchszeit für die Victoria-Blüte ist Juli bis September am späten Nachmittag.
Das Farnhaus und Schaufarn-Schule
Das Farnhaus zeigt baumförmige Farne aus Neuseeland, Australien und den Tropen sowie eine umfangreiche Schaufarn-Schule mit heimischen und exotischen Farn-Arten. Die schattig-kühle Atmosphäre kontrastiert mit den anderen Häusern und vermittelt eine Ahnung davon, wie die Erde im Karbon-Zeitalter ausgesehen haben könnte. Daneben gibt es spezialisierte Häuser für Orchideen, fleischfressende Pflanzen und Bromelien, die nicht immer öffentlich zugänglich sind, aber bei Sonderführungen besichtigt werden können.
Die neun Themengärten im Überblick
Frühlingsgarten
Im März und April öffnet der Frühlingsgarten mit Hunderttausenden Tulpen, Narzissen, Krokussen und Hyazinthen die Saison. Die Tulpenblüte rund um Ostern ist eines der frühesten und farbintensivsten Naturschauspiele Münchens.
Alpinum
Das Alpinum bildet auf einem Hang die Hochgebirgsflora Europas, Asiens und Amerikas nach. Edelweiß, Enzian, Alpenastern und seltene Polsterstauden blühen von Mai bis Juli in dichten Beständen — ein Stück Alpen mitten in München.
Rosengarten
Der Rosengarten zeigt historische und moderne Rosen-Züchtungen auf rund einem Hektar. Hauptblüte ist im Juni mit einer zweiten Welle im Spätsommer, an warmen Tagen liegt der Rosenduft schwer in der Luft.
Rhododendron-Hain
Der Rhododendron-Hain steht im Mai und Juni in voller Blüte mit Hunderten Arten und Sorten von zartem Rosa bis sattem Purpur. Die schattigen Wege unter alten Bäumen sind dann ein Höhepunkt jedes Garten-Besuchs.
Heilkräutergarten
Im Heilkräutergarten wachsen Arznei- und Gewürzpflanzen sortiert nach Wirkung und Herkunft. Schilder erklären Anwendung, Wirkstoffe und Geschichte — ein Lernort für Kräuterkundige und Apotheken-Interessierte.
Bauerngarten und Bambushain
Der Bauerngarten zeigt alte Gemüse-, Obst- und Zierpflanzen-Sorten aus dem süddeutschen Raum, der Bambushain mit asiatischen Bambus-Arten setzt einen exotischen Kontrast. Beide liegen im Ostteil der Anlage.
Vier Schauhäuser im Vergleich
Die Reihenfolge der Häuser ist flexibel — viele Besucher beginnen mit dem Palmenhaus und enden im Victoria-Haus, weil die Lotus-Blüten am Nachmittag am eindrucksvollsten wirken.
Geschichte des Botanischen Gartens
Die Geschichte der Münchner Botanischen Gärten reicht zurück bis ins frühe 19. Jahrhundert. Der erste Botanische Garten entstand 1809 am Karolinenplatz mitten in der Innenstadt, geprägt von König Maximilian I. Joseph und dem Botaniker Franz von Paula Schrank. Mit dem Wachstum der Stadt wurde der Standort zu eng, die Luftverschmutzung schadete den empfindlichen Sammlungen, und das Gelände sollte für Wohnbauten frei werden.
1909 begannen die Planungen für die Verlagerung in den Münchner Nordwesten, direkt neben den Schlosspark Nymphenburg, wo Platz, sauberere Luft und eine vorhandene Wasserversorgung den idealen Standort boten. Architekt Karl Hocheder entwarf die Gewächshäuser im historisierenden Stil, die Außenanlagen gestaltete der königliche Hofgartendirektor Wilhelm Zimmermann. Am 10. Mai 1914 — nur wenige Monate vor Beginn des Ersten Weltkriegs — wurde der neue Garten feierlich eröffnet.
Im Zweiten Weltkrieg erlitten Garten und Häuser schwere Schäden durch Bombenangriffe. Mehrere Schauhäuser brannten aus, große Teile der lebenden Sammlung gingen verloren. Der Wiederaufbau zog sich bis in die 1950er-Jahre, einzelne Häuser wurden später durch Neubauten ersetzt. Heute steht der Garten unter Trägerschaft des Freistaats Bayern und ist Teil der Botanischen Staatssammlung München, die zu den größten herbarischen Sammlungen Europas zählt.
Forschung und Botanische Staatssammlung
Hinter dem Publikumsbetrieb arbeitet eine wissenschaftliche Forschungsabteilung, die zu den international anerkannten Adressen der systematischen Botanik gehört. Die Botanische Staatssammlung München bewahrt rund 3,2 Millionen Herbarbelege auf, dazu Pilze, Algen und Flechten aus aller Welt. Forschungsschwerpunkte sind Pflanzensystematik, Biodiversität, Evolution und der Schutz gefährdeter Arten — insbesondere in Bergregionen und auf Inseln.
Der Garten beteiligt sich an internationalen Saatgut-Tauschprogrammen, im jährlichen Index Seminum bietet er mehrere tausend Pflanzenarten anderen Gärten weltweit zum Tausch an. Wer durch die Anlagen läuft, sieht häufig Doktorandinnen, Gärtner und Wissenschaftler bei der Arbeit — Beete werden bestimmt, neue Pflanzen eingerichtet, alte Bestände dokumentiert. Diese wissenschaftliche Ernsthaftigkeit unterscheidet den Garten von reinen Schau-Anlagen und macht ihn zu einem Pilger-Ort für Botanik-Interessierte.
Die beste Lösung ist beides — Schlosspark und Botanischer Garten lassen sich an einem Halbtag verbinden, der Weg dazwischen dauert nur rund zehn Minuten zu Fuß.
Praktische Tipps für den Garten-Besuch
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Eintritt und Jahreskarte
Der Tageseintritt kostet 5,50 Euro, ermäßigt 4,50 Euro. Wer regelmäßig kommt, fährt mit der Jahreskarte für rund 45 Euro deutlich günstiger und unterstützt zugleich den Erhalt der wissenschaftlichen Sammlung.
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Beste Besuchszeit nach Saison
März und April für die Tulpen im Frühlingsgarten, Mai und Juni für Rhododendron-Hain und Rosen, Juli bis September für die Victoria-Lotus-Blüte. Im Winter sind die Häuser eine warme Zuflucht, das Palmenhaus duftet dann besonders intensiv.
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Kombi mit Schloss Nymphenburg
Lassen Sie sich für einen Halbtag Zeit und kombinieren Sie Schlosspark, Schloss und Botanischen Garten zu einem Rundgang. Der Fußweg vom Schloss zum Garten dauert durch den nördlichen Schlosspark rund zehn Minuten.
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Beschilderung und Pflanzen-Namen
Nahezu jede Pflanze trägt ein Schild mit wissenschaftlichem und deutschem Namen sowie Herkunft. Wer mit Smartphone-Bestimmungs-App unterwegs ist, kann unbeschilderte Exemplare häufig schnell zuordnen.
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Fotografieren erlaubt
Fotografie für den privaten Gebrauch ist überall gestattet, gewerbliche Aufnahmen brauchen eine Genehmigung der Verwaltung. Stative sind nur außerhalb der Hauptzeiten und Schauhäuser erwünscht, um andere Besucher nicht zu behindern.
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Barrierefreiheit der Anlage
Die Hauptwege sind durchgehend asphaltiert und für Rollstuhl und Kinderwagen geeignet, alle Schauhäuser sind ebenerdig oder über Rampen erreichbar. Behindertenparkplätze stehen direkt am Haupteingang.
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Café und Pause vor Ort
Das Garten-Café im Eingangsbereich bietet Kaffee, Kuchen und kleine Snacks zu fairen Preisen, im Sommer mit Terrasse Richtung Schmuckhof. Wer länger bleibt, packt sich besser ein Pausenbrot ein und sucht eine ruhige Bank im Alpinum oder Bambushain.
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Schlechtwetter-Plan
Bei Regen wechseln Sie zwischen den vier Schauhäusern, die mit 4.500 Quadratmetern auch bei Sturm und Schnee einen kompletten Halbtag tragen. Im Winter sind die Häuser warm geheizt und ein willkommenes Kontrastprogramm zu Münchens nasskalten Tagen.
Insider-Tipps
Tipp 1: Index Seminum für Hobby-Gärtner
Wer selbst Botaniker oder ambitionierter Hobby-Gärtner ist, kann den Index Seminum des Gartens kennenlernen — die jährliche Saatgut-Tauschliste, die der Garten an wissenschaftliche Einrichtungen weltweit versendet. Bei Sonderführungen oder direkt im Empfang gibt es gelegentlich Hinweise auf die Bestände, manche Pflanzenarten sind bei keinem kommerziellen Anbieter erhältlich.
Tipp 2: Sonderausstellungen und Veranstaltungen
Mehrmals im Jahr finden Sonderausstellungen statt — Orchideenschauen im Frühjahr, Kakteen-Wochen im Herbst, Adventsausstellungen mit weihnachtlicher Beleuchtung der Häuser. Termine stehen am Eingang und lohnen einen separaten Besuch, weil viele Sammlungs-Stücke nur dann gezeigt werden.



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