Dänemark ist die Wiege der nordischen Wikingerkultur und das Land, in dem sich ihre Spuren am dichtesten erhalten haben. Zwischen rund 793 und 1066 prägten Seefahrer, Händler, Krieger und Siedler aus Jütland und den dänischen Inseln das gesamte nordatlantische Gefüge von Irland bis Nowgorod, von Island bis Konstantinopel. Heute lassen sich die wichtigsten Stationen dieser Epoche an einer Hand voll Orten erleben, die wie ein Lehrbuch der Wikingerzeit nebeneinanderliegen. Das Wikinger-Schiffsmuseum in Roskilde mit fünf originalen Skuldelev-Schiffen aus dem 11. Jahrhundert, die Jelling-Steine als UNESCO-gelistete Geburtsurkunde Dänemarks von rund 965, die Gräberlandschaft Lindholm Høje bei Aalborg mit mehr als 700 Steinsetzungen, die geometrisch perfekte Ringburg Trelleborg auf Seeland und die im Jahr 710 gegründete Stadt Ribe als ältestes urbanes Zentrum Skandinaviens bilden zusammen das Kernnetz. Ergänzend kommen das Moesgård Museum bei Aarhus mit dem Grauballe-Mann und großer Wikingerausstellung, das Hedeby-Areal im heutigen Schleswig-Holstein als ehemalige dänische Handelsmetropole sowie die Festivals von Moesgård und Ribe, die jeden Sommer Reenactor aus ganz Europa anziehen. Wer Geschichte als greifbare Reise erleben möchte, findet in Dänemark eine Dichte, die in Europa ihresgleichen sucht.
Anreise und Erreichbarkeit
Eine Wikinger-Rundreise durch Dänemark beginnt meistens entweder in Kopenhagen für die seeländischen Stationen Roskilde und Trelleborg oder in Hamburg für die jütländischen Stationen Ribe, Jelling, Aarhus und Aalborg. Wer alle Hauptorte besuchen möchte, plant acht bis zwölf Tage ein und kombiniert beide Routen über die Storebæltsbroen-Brücke oder die Fährverbindung Spodsbjerg-Tårs. Allgemeine Tourismus-Infos finden sich bei visitdenmark.de als Plain-Text-Quelle, vertiefende Programme liegen direkt in den Häusern aus.
Mit dem Auto
Aus Norddeutschland führt die A7 über Flensburg auf die dänische E45, die in rund 1,5 Stunden Ribe und Jelling erreicht und weiter nach Aarhus und Aalborg führt. Für die seeländischen Stationen geht es von Kolding über die E20 weiter über die mautpflichtige Storebæltsbroen-Brücke nach Slagelse und Roskilde, die Brücke kostet aktuell rund 50 Euro für PKW eine Richtung. Mietwagen sind in jeder Größe verfügbar, Tagesraten ab rund 55 Euro sind in der Hochsaison realistisch. Innerorts ist Parken in Ribe, Jelling und Roskilde gut organisiert und meist günstig.
Mit der Bahn
Die DSB verbindet Hamburg in rund 5 Stunden mit Aarhus und in 4 Stunden 30 Minuten mit Kopenhagen. Von Kopenhagen Hauptbahnhof erreicht der Regionalzug Roskilde in rund 25 Minuten, Jelling von Vejle aus in 11 Minuten und Ribe von Esbjerg aus in 35 Minuten. Lindholm Høje liegt 4 Kilometer nördlich von Aalborg, der Stadtbus Linie 2 fährt alle 30 Minuten direkt zum Museum.
Mit dem Flugzeug
Direktflüge nach Kopenhagen-Kastrup bedienen alle deutschen Hauptflughäfen mehrmals täglich, die Flugzeit liegt bei rund einer Stunde. Aarhus und Billund werden von Frankfurt, München und Hamburg angeflogen, von Billund sind Jelling und Ribe in rund 30 Minuten mit dem Mietwagen erreichbar. Aalborg hat ebenfalls einen internationalen Flughafen mit Verbindungen ab München und Frankfurt.
Vor Ort bewegen und Parken
Innerhalb der Wikingerorte ist Parken meist günstig oder kostenlos, am Wikinger-Schiffsmuseum Roskilde stehen mehr als 200 Plätze direkt am Hafen zur Verfügung. In Ribe ist die Altstadt teilweise verkehrsberuhigt, Großparkplätze liegen am Bahnhof und am Vikingecenter. Die Strecken zwischen den Hauptstationen sind über die E45 und E20 in rund 90 bis 150 Minuten zu fahren. Wer ohne Auto reist, kann mit DSB-Tageskarten flexibel zwischen den großen Stationen pendeln.
Roskilde und das Wikinger-Schiffsmuseum
Das Vikingeskibsmuseet am Roskilde-Fjord ist der vielleicht wichtigste Wikinger-Ort Dänemarks und ein Glücksfall der Archäologie. Im Jahr 1962 wurden im Peberrenden-Sund vor Skuldelev fünf bewusst versenkte Schiffe aus dem 11. Jahrhundert geborgen, die ursprünglich als Sperre den Zugang zum königlichen Roskilde blockieren sollten. Heute stehen die rekonstruierten Originale in der Schiffshalle nach Entwurf von Erik Christian Sørensen, dazu betreibt das Museum eine aktive Bootswerft, in der jährlich seetüchtige Nachbauten nach historischen Vorlagen entstehen. Der Eintritt liegt im Sommer bei rund 22 Euro inklusive Werftbesuch und Hafenrundgang, deutschsprachige Audioguides sind verfügbar.
Die fünf Skuldelev-Schiffe
Skuldelev 1 ist ein nordnorwegisches Hochseehandelsschiff, das den weiten Atlantikhandel bis nach Island und Grönland erschloss. Skuldelev 2 gilt als längstes erhaltenes Wikinger-Langschiff Europas, gebaut um 1042 in Dublin mit 30 Metern Länge und Platz für 65 bis 70 Krieger. Skuldelev 3 ist ein kleineres Frachtschiff für die heimische Küstenfahrt, Skuldelev 5 ein leichtes Schnellkampfschiff für Patrouillen und Skuldelev 6 ein Mittelding zwischen Fracht und Fischfang. Die Originale sind durch Polyethylenglykol konserviert und unter klimatisierten Bedingungen ausgestellt, daneben liegen ihre rekonstruierten Nachbauten am Museumshafen und gehen im Sommer regelmäßig auf den Fjord hinaus.
Mitsegeln und Bootswerft
Zwischen Mai und September bietet das Museum Mitsegeltörns auf den Nachbauten an, die rund 50 Minuten dauern und rund 16 Euro pro Person kosten. Wer aktiv mitrudert, sitzt an einem der originalgetreuen Riemen und erlebt die enorme Geschwindigkeit, mit der ein Langschiff bereits bei mäßigem Wind den Fjord durchquert. Die Bootswerft ist täglich frei zugänglich, dort lassen sich Bootsbauer beim Klinkerbau, Setzen der Spanten und Nähen der Wollsegel beobachten.
Jelling und die Geburtsurkunde Dänemarks
Die Monumente von Jelling sind seit 1994 UNESCO-Welterbe und gelten zu Recht als die Geburtsurkunde des Königreichs Dänemark. König Gorm der Alte und sein Sohn Harald Blauzahn errichteten zwischen rund 950 und 985 zwei mächtige Grabhügel mit jeweils rund 11 Metern Höhe und einem Durchmesser von rund 70 Metern, dazu zwei monumentale Runensteine vor der heutigen Kirche. Der größere der beiden Steine, der sogenannte Harald-Stein, trägt die berühmte Inschrift, in der Harald sich rühmt, ganz Dänemark und Norwegen erobert und die Dänen christlich gemacht zu haben. Der kleinere Stein wurde von Gorm zum Gedenken an seine Frau Thyra gesetzt. Das ist die erste schriftliche Erwähnung des Namens Dänemark überhaupt, der Stein gilt damit als Identitätsmittelpunkt der gesamten Nation.
Das Kongernes Jelling Besucherzentrum
Das 2015 eröffnete Kongernes Jelling am Fuß der Grabhügel ist eines der besten Wikinger-Museen Skandinaviens und kostet keinen Eintritt. Auf drei Etagen werden die archäologischen Funde, die Bedeutung der Runeninschriften, die Christianisierung Dänemarks und das politische System der Wikingerzeit interaktiv vermittelt. Ein begehbarer Glasturm im Inneren erlaubt einen Überblick über die gesamte Anlage. Die Originale der Runensteine sind heute durch Glaspavillons vor Verwitterung geschützt, die Inschrift wird im Innenraum digital animiert und in mehreren Sprachen erläutert.
Die Palisaden-Rekonstruktion
Rund um die Grabhügel zeigen weiße Betonpfeiler den Verlauf der einstigen Palisaden-Anlage, die in den Ausgrabungen der 1970er und 1980er Jahre nachgewiesen wurde. Das Areal umfasste eine rautenförmige Fläche von rund 360 mal 360 Metern und gilt als größter monumentaler Komplex der Wikingerzeit überhaupt. Wer am Abend bei niedrigem Sonnenstand das Gelände abgeht, bekommt einen guten Eindruck der Dimensionen, die diese frühe Königsmacht zur Schau stellte.
Lindholm Høje und die Gräberlandschaft bei Aalborg
Lindholm Høje liegt rund 4 Kilometer nördlich von Aalborg auf einer Anhöhe über dem Limfjord und ist eine der größten erhaltenen Wikinger-Gräberfelder Skandinaviens. Auf einer Hügelfläche von rund 5 Hektar finden sich mehr als 700 Steinsetzungen aus der Zeit zwischen rund 700 und 1000, viele davon in der typischen Schiffsform. Das Areal wurde durch Flugsand über Jahrhunderte konserviert und 1952 bei Ausgrabungen wieder freigelegt, heute ist es als Park frei zugänglich. Direkt am Eingang erläutert das Lindholm Høje Museum mit Eintritt von rund 10 Euro die Funde und die Siedlungsgeschichte. Der Spaziergang über das Gräberfeld dauert rund 60 Minuten, im Sommer führen Wikinger-Reenactor regelmäßig Vorführungen am Museum durch.
Trelleborg und die geometrischen Ringburgen Harald Blauzahns
Harald Blauzahn ließ in den 980er Jahren mindestens fünf geometrisch perfekte Ringburgen über sein Königreich verteilen, die als zentrales Machtinstrument der späten Wikingerzeit gelten. Erhalten sind heute Trelleborg auf Seeland, Aggersborg am Limfjord, Fyrkat bei Hobro, Nonnebakken in Odense und das jüngst bei Køge entdeckte Borgring. Seit 2023 sind sie gemeinsam als UNESCO-Welterbe gelistet. Trelleborg bei Slagelse ist die best erhaltene und gleichzeitig die zugänglichste der Anlagen, der Durchmesser des inneren Ringwalls beträgt exakt 136 Meter und die vier Tore liegen präzise nach den Himmelsrichtungen ausgerichtet. Im Innenraum standen ursprünglich 16 Langhäuser in vier Quadranten, im äußeren Vorfeld weitere 15 Häuser sowie ein Gräberfeld mit rund 150 Bestattungen. Das angeschlossene Museum kostet rund 15 Euro Eintritt und zeigt im rekonstruierten Langhaus aus dem Jahr 1942 die Innenausstattung eines Wikinger-Haushalts in voller Größe.
Ribe als älteste Stadt Skandinaviens
Ribe wurde um das Jahr 710 gegründet und ist damit die älteste Stadt Dänemarks sowie eines der ältesten urbanen Zentren ganz Skandinaviens. In den ersten Jahrhunderten war Ribe ein bedeutendes Handelszentrum mit Verbindungen bis nach Friesland, England und ins Frankenreich, archäologische Funde belegen Glasperlenwerkstätten, Kammmacher und Metallhandwerker auf engstem Raum. Das Museet Ribes Vikinger am Bahnhof zeigt die wichtigsten Originalfunde in einer kompakten Dauerausstellung, der Eintritt liegt bei rund 12 Euro. Direkt am südlichen Stadtrand liegt das Ribe Vikingecenter, ein lebendiges Freilichtmuseum mit rekonstruierter Wikinger-Marktstadt, Bauernhof, Hallengebäude und Heerlager. Zwischen Mai und Oktober arbeiten dort Reenactor in Originalkleidung und führen Schmieden, Färben, Bogenbau und Kampftraining vor. Der Eintritt liegt bei rund 20 Euro für Erwachsene und 12 Euro für Kinder, ein voller Tag ist für die Anlage realistisch. Der jährliche Wikingermarkt Anfang Mai zieht zusätzlich rund 1.000 internationale Reenactor an und gilt als eines der größten Wikinger-Events Europas.
Hedeby und Schleswig im heutigen Deutschland
Wer der dänischen Wikingergeschichte vollständig folgen möchte, kommt am Hedeby-Areal im heutigen Schleswig-Holstein nicht vorbei. Die Handelsmetropole Hedeby, dänisch Hedeby, am Haddebyer Noor war zwischen rund 770 und 1066 das wichtigste Handelszentrum des dänischen Wikingerreichs und gehört seit 2018 zusammen mit dem Danewerk zum UNESCO-Welterbe. Auf dem Höhepunkt lebten rund 1.500 Menschen innerhalb der halbkreisförmigen Befestigung, die direkt am Hafen die Verbindung zwischen Ostsee und Nordsee kontrollierte. Das Wikinger-Museum Haithabu am Ortsrand zeigt die wichtigsten Funde inklusive der berühmten Holz-Grabkammer eines hochrangigen Kriegers, sieben rekonstruierte Wikingerhäuser stehen am Originalstandort am Hafen. Eintritt rund 11 Euro, die Anlage ist von Schleswig in rund 10 Autominuten erreichbar.
Moesgård Museum und das Wikingertreffen bei Aarhus
Das Moesgård Museum liegt rund 10 Kilometer südlich von Aarhus in einem spektakulären Neubau von Henning Larsen Architects aus dem Jahr 2014, dessen begrasstes Schrägdach in den umliegenden Park übergeht. Das Museum ist offiziell für Vor- und Frühgeschichte zuständig und zeigt neben dem berühmten Grauballe-Mann aus der Eisenzeit eine außerordentlich starke Wikinger-Sammlung. Highlight sind die rekonstruierte Wikinger-Halle im Untergeschoss, die Runensteine aus Ostjütland und Funde aus dem Aros-Hafen von Aarhus, das in der Wikingerzeit Aros hieß. Der Eintritt liegt bei rund 22 Euro, die Architektur allein ist den Besuch wert. Das alljährliche Moesgård Wikingertreffen Ende Juli ist mit rund 30.000 Besucherinnen das größte Wikinger-Event Dänemarks, mehrere hundert Reenactor aus ganz Europa schlagen am Strand südlich des Museums Lager auf, eine Schlachtdarstellung mit teils 700 Teilnehmern bildet den Höhepunkt am Wochenende.
Aros, Runeninschriften und das schriftliche Erbe
Runeninschriften sind das wichtigste schriftliche Erbe der Wikingerzeit und in Dänemark in rund 250 Exemplaren erhalten. Die meisten stammen aus dem 10. und 11. Jahrhundert und erinnern an Verstorbene, Verwandte oder gefallene Krieger, einige enthalten kurze Reisenotizen bis nach England, Russland oder Konstantinopel. Die Hauptsammlung steht im Nationalmuseum Kopenhagen sowie in Kongernes Jelling, weitere wichtige Steine finden sich in Aarhus an der Kirche Vor Frue Kirke, in Glavendrup auf Fünen mit der längsten dänischen Inschrift überhaupt und am Eingang der Domkirche von Lund im heutigen Schweden, das bis 1658 dänisch war. Die Runeninschriften belegen die literarische Frühform einer Kultur, die sich später in den isländischen Sagas in voller Länge entfalten sollte, darunter die Heimskringla des Snorri Sturluson und die Saxo-Chronik des dänischen Geschichtsschreibers Saxo Grammaticus.
Saxo Grammaticus und die Gesta Danorum
Saxo Grammaticus, geboren um 1150 und gestorben um 1220, war Sekretär des Erzbischofs Absalon und verfasste mit der Gesta Danorum die erste umfassende Geschichte Dänemarks. Die 16 Bücher umfassen die mythologische Frühzeit, die Wikingerzeit mit Königen wie Gorm und Harald Blauzahn sowie die mittelalterliche Geschichte bis ins frühe 13. Jahrhundert. Berühmt wurde die Gesta unter anderem durch die Erzählung um Prinz Amleth aus dem dritten und vierten Buch, die William Shakespeare rund 400 Jahre später als Vorlage für seinen Hamlet diente. Die Originalhandschriften sind nur in Fragmenten erhalten, vollständige Drucke der Erstausgabe von 1514 liegen in der Königlichen Bibliothek Kopenhagen und sind in deren digitaler Sammlung einsehbar. Wer sich vor einer Reise einlesen möchte, findet im Reclam-Verlag eine deutsche Auswahlübersetzung der wichtigsten Bücher.
Erik der Rote, Vinland und die atlantische Expansion
Die Wikinger aus dänisch-norwegischem Raum waren die ersten Europäer, die den nordatlantischen Raum systematisch erschlossen. Erik der Rote, geboren um 950 in Norwegen, wurde wegen Totschlags geächtet und segelte um 982 nach Grönland, wo er die ersten europäischen Siedlungen Brattahlid und Garðar gründete. Sein Sohn Leif Eriksson erreichte um das Jahr 1000 die nordamerikanische Küste und gründete in L Anse aux Meadows auf Neufundland eine kurzlebige Siedlung, die er Vinland nannte. Die archäologischen Beweise wurden 1960 von Helge und Anne Stine Ingstad freigelegt und sind seit 1978 UNESCO-Welterbe. Die dänische Verbindung dieser Expansion zeigt sich in den Sagas, die in Island schriftlich fixiert wurden, sowie in den Schiffstypen, die wie Skuldelev 1 die ozeantaugliche Konstruktion erst möglich machten. Das Wikinger-Schiffsmuseum Roskilde zeigt im Obergeschoss eine eigene Sektion zur Vinland-Expedition mit Karten, Rekonstruktionen und einer Replik der Brattahlid-Häuser.
Die sechs zentralen Wikinger-Erlebnisse in Dänemark
Museumstag in Roskilde
Das Wikinger-Schiffsmuseum mit den fünf Skuldelev-Originalen, Bootswerft und Hafenrundgang füllt einen ganzen Tag. Eintritt rund 22 Euro inklusive Werft, Mitsegeltörn auf einem Nachbau zusätzlich rund 16 Euro. Kombi-Ticket mit dem Roskilde Dom als UNESCO-Königsgrabkirche lohnt für rund 28 Euro.
Wikinger-Festival in Moesgård
Das Moesgård Wikingertreffen am letzten Juli-Wochenende ist mit 30.000 Besucherinnen das größte Wikinger-Event Dänemarks. Tageskarten kosten rund 25 Euro, ein Wochenendpass rund 50 Euro. Reenactor-Lager, Schlachtdarstellung mit bis zu 700 Teilnehmern und Marktbetrieb laufen drei Tage parallel.
Schiffsrekonstruktion live erleben
Die Bootswerft des Roskilde-Museums ist täglich frei zugänglich und arbeitet ganzjährig an seetüchtigen Nachbauten. Wer im Sommer kommt, erlebt Klinkerbau, Spantsetzung und Wollsegel-Näharbeiten in voller Aktion. In Ribe und Hedeby ergänzen kleinere Werften das Programm, dort entstehen Boote nach lokalen Vorbildern.
Audioguide-Tour Jelling
Das Kongernes Jelling Besucherzentrum ist kostenlos und stellt einen mehrsprachigen Audioguide bereit, der durch die UNESCO-Anlage führt. Die Tour umfasst die Runensteine, beide Grabhügel und die rekonstruierten Palisaden. Dauer rund 90 Minuten, am Eingang sind Leihgeräte gegen Pfand erhältlich.
Workshop im Ribe Vikingecenter
Das Vikingecenter bietet zwischen Mai und Oktober Workshops in Bogenbau, Glasperlen, Schmieden und Wollfärben an. Halbtagskurse kosten rund 35 Euro pro Person und sind für Kinder ab 8 Jahren geeignet. Die Plätze sind begrenzt, Voranmeldung über die Website der Anlage ist empfohlen.
Steinzeit-Erlebnis am Lindholm Høje
Das Gräberfeld bei Aalborg ist als Park frei zugänglich und vermittelt mit über 700 Steinsetzungen einen archäologisch greifbaren Eindruck. Das angeschlossene Museum für rund 10 Euro zeigt die Siedlungsfunde der dazugehörigen Ortschaft, die unter Flugsand verschüttet war. Im Sommer regelmäßige Reenactor-Vorführungen am Wochenende.
Praktische Tipps für die Wikinger-Reise
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Copenhagen Card oder Aarhus-Card prüfen
Die Copenhagen Card für 24 bis 120 Stunden kostet zwischen 65 und 200 Euro und inkludiert Nationalmuseum, Roskilde-Anreise per Regionalzug und über 80 weitere Häuser. In Aarhus gibt es die Aarhus Card mit Moesgård-Museum, ARoS Kunstmuseum und ÖPNV für rund 50 Euro pro 48 Stunden. Ab drei Museumsbesuchen rechnen sich beide Karten zuverlässig.
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Moesgård-Wikingertreffen früh planen
Das Wikingertreffen am letzten Juli-Wochenende lockt rund 30.000 Besucherinnen an, Hotels in Aarhus sind monatelang vorab ausgebucht. Wer als Familie kommt, plant mindestens drei Monate Vorlauf für Übernachtung und Tickets. Festivalpässe für Wochenenden kosten rund 50 Euro, der Strand südlich des Museums verwandelt sich in ein historisches Lager.
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Jelling als Tagesausflug von Vejle
Jelling liegt nur 11 Kilometer von Vejle entfernt und ist mit dem Regionalzug in 11 Minuten erreichbar. Wer in Vejle oder Aarhus übernachtet, kann den UNESCO-Besuch in einen halben Tag legen und am Nachmittag Aarhus oder den Vejle-Fjord erkunden. Eintritt zum Kongernes Jelling und zur Anlage ist kostenlos.
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Ribe Vikingecenter ist ein voller Tag
Das Freilichtmuseum mit Marktstadt, Bauernhof und Heerlager ist groß und voller aktiver Stationen, ein Halbtagsbesuch reicht nicht aus. Im Sommer arbeiten 60 bis 100 Reenactor parallel an Schmiede, Webstube, Bogenwerkstatt und Färberei. Eintritt rund 20 Euro für Erwachsene und 12 Euro für Kinder, im Mai läuft der Wikingermarkt mit zusätzlichem Programm.
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Mietwagen für die Vollreise
Die Wikinger-Hauptstationen liegen über Seeland und Jütland verteilt und sind ohne Mietwagen schwer in einer Reise abzudecken. Tagesraten ab Kopenhagen oder Billund liegen ab rund 55 Euro, in der Hochsaison entsprechend höher. Über die Storebæltsbroen-Brücke fallen rund 50 Euro Maut für PKW eine Richtung an, der Fährweg Spodsbjerg-Tårs ist eine günstigere Alternative.
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Barrierefreiheit gut bis sehr gut
Wikinger-Schiffsmuseum, Kongernes Jelling, Moesgård und Lindholm Høje sind vollständig barrierefrei, Leihrollstühle stehen am Eingang bereit. Die Außenanlagen in Jelling und Trelleborg sind weitgehend ebenerdig, das Gräberfeld Lindholm Høje hat sanfte Hügel, ein Spaziergang ist mit Begleitung gut machbar. Das Ribe Vikingecenter ist auf naturbelassenen Wegen angelegt, hier ist Festes Schuhwerk wichtig.
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Beste Reisezeit Mai bis September
Wikingercenter Ribe, Mitsegeln in Roskilde und die Reenactor-Programme laufen in voller Besetzung zwischen Mai und Mitte September. Außerhalb dieser Saison sind viele Außenstationen geschlossen oder reduziert, die Hauptmuseen in Roskilde, Jelling und Moesgård sind ganzjährig geöffnet. Mai und September bieten weniger Andrang als Juli und August.
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Wetterfest für die Außenstationen
Trelleborg, Lindholm Høje, Jelling-Hügel und das Ribe Vikingecenter sind Außenanlagen und auch im Sommer regenanfällig. Wasserfeste Jacke, festes Schuhwerk und im Lindholm-Park Sonnenschutz gehören in die Tagestasche. Innenausstellungen sind klimatisiert und bieten einen guten Schlechtwetter-Plan B.
Insider-Tipps
Wikinger-Routen jenseits der Hauptstationen
Wer mehr Zeit hat, ergänzt die Hauptstationen mit Aggersborg am Limfjord als größter der Trelleborg-Anlagen, mit Fyrkat bei Hobro inklusive rekonstruiertem Wikingerhof und mit dem Vikingemuseet im Untergeschoss der Aarhuser Skt. Clemens Kirche, das die Stadtgründung von Aros erklärt. Die Anlage Glavendrup auf Fünen trägt die längste Runeninschrift Dänemarks und ist als Park frei zugänglich. Eine erweiterte Rundreise mit allen Ringburgen dauert rund 14 Tage.
Verlängerung nach Hedeby und Lund
Das ehemalige dänische Wikinger-Territorium reichte über die heutigen Staatsgrenzen hinaus. Hedeby bei Schleswig ist von Süden in 10 Autominuten vom dänischen Grenzgebiet erreichbar, Lund im heutigen Südschweden in 30 Minuten über die Öresundbrücke von Kopenhagen. In Lund stehen der Domkrypta-Komplex und das Kulturen-Freilichtmuseum als wikingerzeitliche Ergänzungen zur Verfügung. Wer beide Verlängerungen mitnimmt, sollte mindestens drei zusätzliche Tage einplanen.




