Amsterdam wird im Massentourismus auf wenige Stichworte reduziert — De Wallen, Anne-Frank-Haus-Schlange, Heineken Experience, Damrak, Bloemenmarkt. Wer aber drei bis sieben Tage Zeit mitbringt, findet auf 219 Quadratkilometern eine der dichtesten Kultur-Landschaften Nordeuropas. Das Jordaan-Viertel war einst Arbeiterquartier der Hugenotten und ist heute Bohème-Kiez mit Galerien, Cafés und versteckten Hofjes. Die Markthalle Albert Cuyp in De Pijp gilt mit 260 Ständen als größter Tagesmarkt der Niederlande. Die NDSM-Werft in Noord ist ein 84.000-Quadratmeter-Kreativ-Areal mit Street-Art, Festivals und schwimmendem Faralda-Cranes-Hotel. Die kostenlose IJ-Fähre verbindet Centraal Station mit Noord im 7-Minuten-Takt. Der Westerpark mit der Westergasfabriek bündelt auf 27 Hektar einen der schönsten Stadtparks Europas. Der versteckte Begijnhof aus dem 14. Jahrhundert liegt zwischen Spui und Singel. Dazu Hortus Botanicus von 1638, das Reguliers-Block am Rembrandtplein, das Squat-Erbe Spuistraat 199, OCCII als selbstverwaltetes Kulturzentrum, Park Frankendael in Watergraafsmeer, Oostpoort als heimliches Hipster-Quartier, die Foodhallen im alten Tramdepot und Berlage-Architektur zwischen 1898 und 1934.
Anreise und Erreichbarkeit der Geheim-Orte
Amsterdam ist eine der am besten an Deutschland angebundenen Großstädte Europas — Direktverbindungen mit dem ICE aus Köln, Düsseldorf und Frankfurt, Intercity-Linien aus Berlin und stündliche Flüge nach Schiphol AMS. Viele Highlights liegen aber nicht im Centrum, sondern in Noord, West, Oost und Zuid.
Mit dem Auto
Die A2 aus dem Süden über Utrecht und die A1 aus dem Osten über Amersfoort führen in den Stadtring A10. Parken in der Innenstadt kostet 7,50 Euro pro Stunde — eine der teuersten Parkgebühren Europas. Empfehlenswert sind die P+R-Plätze ArenA, Zeeburg, Olympisch Stadion, Sloterdijk und Noord — Tagesticket 8 Euro inklusive ÖPNV-Rückfahrkarte für bis zu fünf Personen.
Mit der Bahn und dem ÖPNV
Centraal Station ist der ÖPNV-Knotenpunkt für Tram, Metro M52 und Bus. Tagesticket GVB 9 Euro, 48-Stunden-Karte 15,50 Euro, 72-Stunden-Karte 21,50 Euro. Tram 13 fährt durch das Jordaan, Tram 4 nach De Pijp, Metro M52 nach Noord, Tram 7 nach Westerpark und Foodhallen, Tram 14 nach Oostpoort. Die IJ-Fähre ist kostenlos und fährt im 7-Minuten-Takt rund um die Uhr.
Mit dem Flugzeug
Direktflüge nach Schiphol AMS aus Berlin, München, Frankfurt, Düsseldorf, Hamburg, Köln und Stuttgart, Flugzeit 1:15 bis 1:30 Stunden. Schiphol AMS liegt 17 Kilometer von Centraal Station — Intercity-Direktzug im 10-Minuten-Takt für 5,90 Euro, 18 Minuten Fahrzeit. Bus 397 Airport Express alle 8 Minuten zu Leidseplein und Museumplein für 6,50 Euro.
Vor Ort bewegen und Parken
Amsterdam ist die Fahrrad-Hauptstadt Europas — Rad-Tagesmiete ab 12 Euro bei MacBike, Yellow Bike oder Black Bike. NDSM-Werft, Park Frankendael, Westergasfabriek und alle Hofjes sind mit dem Rad in 15 bis 30 Minuten ab Centraal Station erreichbar. Wer keine Lust auf Rad-Trubel hat, nutzt das GVB-48-Stunden-Ticket inklusive IJ-Fähre. Tiefgaragen Q-Park Heinekenplein und Oosterdok sind die größten Optionen, Tram-Netz großteils niedrigflur-tauglich.
Jordaan-Viertel — das Bohème-Quartier westlich der Grachten
Das Jordaan liegt westlich des Prinsengracht-Kanals zwischen Brouwersgracht und Leidsegracht und gilt seit den 1990er Jahren als Bohème-Kiez Amsterdams. Im 17. Jahrhundert wurde das Quartier auf entwässertem Polderland als Wohnviertel für hugenottische Flüchtlinge und einfache Arbeiter angelegt — die schmalen, parallelen Gassen folgen heute noch dem Verlauf der ursprünglichen Entwässerungs-Kanäle. Im 19. Jahrhundert ein ärmliches Arbeiterquartier mit Stoffweber-Werkstätten, in den 1960ern Hippie-Hochburg und Squat-Zentrum, ist Jordaan heute ein gentrifiziertes, aber immer noch eigenwilliges Viertel mit Galerien, kleinen Cafés, Designer-Läden und versteckten Hofjes.
Was das Jordaan eigentlich ausmacht
Die Hauptachsen sind Rozengracht, Bloemstraat, Lindenstraat und Egelantiersgracht. Kleine Galerien und Vintage-Läden entlang Tweede Tuindwarsstraat, Cafés und Brown-Pubs um den Noordermarkt-Platz. Samstags von 9 bis 16 Uhr biologischer Wochenmarkt, montags Flohmarkt. Die Noorderkerk von 1623 (Hendrick de Keyser) ist die wichtigste reformierte Kirche des Viertels.
Hidden Hofjes — die versteckten Innenhöfe Jordaans
Das Jordaan beherbergt mehr als ein Dutzend Hofjes — versteckte Wohn-Innenhöfe, ursprünglich von wohlhabenden Bürgern als kostenlose Wohnungen für arme Witwen gestiftet. Karthuizerhofje (Karthuizersstraat 89) ist mit 100 Reihenhäuschen um einen 130-Meter-langen Innenhof der größte, errichtet 1650. Sint Andrieshofje (Egelantiersgracht 107) stammt von 1614, der schmale Gang führt durch ein weißblau gekacheltes Tor. Claes Claeszhofje, Suykerhofje und Lindenhofje sind weitere lohnende Höfe. Die Hofjes sind bewohnt — zwischen 10 und 17 Uhr leise bleiben.
De Pijp und die Markthalle Albert Cuyp
De Pijp südlich des Centrums war im 19. Jahrhundert ein Arbeiter-Stadterweiterungs-Viertel und ist heute multikulturelles Mischgebiet mit der wichtigsten Markthalle der Niederlande und Sarphatipark als grüner Lunge.
Markt Albert Cuyp — der größte Tagesmarkt der Niederlande
Der Albert-Cuyp-Markt zwischen Ferdinand Bolstraat und Van Woustraat ist mit 260 Ständen auf 600 Metern Länge der größte tägliche Straßenmarkt der Niederlande. Eröffnet 1905, geöffnet Montag bis Samstag 9 bis 17 Uhr. Frisches Obst, Käse, heiße Stroopwafels, Heringsbrötchen, Suriname-Spezialitäten, Blumen und Gewürze. Werktags weniger voll, samstags am dichtesten.
Vondelpark gegen Sarphatipark — die Park-Frage
Der Vondelpark westlich des Museumplein ist mit 47 Hektar Amsterdams größter und bekanntester Park, Sommer-Schauplatz von Sonntags-Konzerten. Der Sarphatipark mitten in De Pijp ist mit nur 4 Hektar ein deutlich kleinerer und weniger touristischer Park, benannt nach dem jüdischen Reformer Samuel Sarphati, der die Stadterweiterung von De Pijp im 19. Jahrhundert organisierte. Vondelpark für Picknick und Konzerte, Sarphatipark für ein ruhiges Buch.
NDSM-Werft und Noord — über die Fähre ins andere Amsterdam
Noord nördlich des IJ-Wassers war jahrhundertelang Werft- und Industriegebiet. Seit der Verlegung der großen Schiffswerften nach Rotterdam und der Umnutzung der NDSM-Werft ist Noord zum kreativen Stadtteil mit Boutique-Häusern, Kunsthallen und Stadt-Stränden gewandelt.
NDSM-Werft — 84.000 Quadratmeter Kreativ-Areal
Die NDSM-Werft (Nederlandsche Dok en Scheepsbouw Maatschappij) war zwischen 1894 und 1984 die größte Schiffswerft Europas. Seit 1999 ist das 84.000-Quadratmeter-Areal Kreativ-Kolonie mit Ateliers, Galerien, Festival-Hallen, Street-Art, dem schwimmenden Faralda-Hotel im umgebauten Werft-Kran und Europas größter Indoor-Skatehalle. Jeden ersten Sonntag im Monat findet hier IJ-Hallen statt, mit 750 Ständen und 10.000 Besuchern Europas größter Flohmarkt. Erreichbar via NDSM-Fähre ab Centraal Station in 14 Minuten, 30-Minuten-Takt.
Über die IJ-Fähre — Buiksloterweg und Noord-Mitte
Die kostenlose Hauptfähre Buiksloterweg verbindet Centraal Station mit der zentralen Noord-Anlegestelle alle 7 Minuten. Auf der Noord-Seite warten der A'DAM-Tower mit Lookout und Schaukel Over the Edge in 100 Metern Höhe, das Eye Filmmuseum als weißer Schiffsbug am Wasser, das Tolhuistuin-Areal mit Restaurant und Sommer-Festivals, und die NDSM-Werft via Bus 906.
Noord — Hipster-Quartier oder Familien-Idyll?
Noord wandelt sich rasch — südlich von Buikslotermeerweg entstehen Boutique-Hotels und Spitzen-Restaurants, nördlich bleibt das ursprüngliche Werft-Arbeiter-Quartier. Familienurlaub findet im Vliegenbos-Stadtwald, Twiske-Naturpark und den Stadt-Stränden Pflanzeria und NDSM-Strand sein Programm. Hipster-Adressen sind die De Ceuvel-Floating-Office-Kolonie, Pllek-Beach-Restaurant und Bakery Institute mit Bäcker-Workshops.
Westerpark und Westergasfabriek — Stadtpark statt Stadtmitte
Der Westerpark westlich des Centrums ist auf 27 Hektar einer der schönsten Stadtparks Europas — Stadtgarten von 1891 plus die ehemalige Westergasfabriek-Gasanstalt von 1885, heute Festival- und Kultur-Areal.
Westergasfabriek und ihre Hallen
Die Westergasfabriek lieferte zwischen 1885 und 1967 das Gas für Amsterdams Straßenlaternen — heute beherbergen die 15 Industriedenkmal-Gebäude Restaurants, Galerien, Konzert-Hallen und Festival-Veranstalter. Der Gasholder ist mit 65 Metern Durchmesser eine der größten freitragenden Festivalhallen Europas und Schauplatz von Dekmantel und Awakenings. Restaurant Pacific Parc hat Live-Musik am Wochenende.
Foodhallen West im alten Tramdepot
Die Foodhallen in der Bellamystraat im Bezirk Oud-West sind seit 2014 im ehemaligen Tramdepot aus dem Jahr 1902 untergebracht — eine 5.000-Quadratmeter-Halle mit 21 unabhängigen Food-Ständen und Sitzbereich für 600 Gäste. Geöffnet täglich von 11 bis 23 Uhr, Freitag und Samstag bis 1 Uhr. Highlights sind Bitterballen-Köche, Petit Gateau-Patisserie, Vietnamesische Bahn Mi, Indonesischer Bumbu Bali und niederländische Friet van Holland. Die kulinarische Antwort auf die überfüllte Stadtmitte.
Die sechs zentralen Erlebnisse abseits der Pfade
IJ-Hallen-Flohmarkt auf der NDSM-Werft
Jeden ersten Sonntag im Monat verwandelt sich die NDSM-Werfthalle in den mit 750 Ständen größten Flohmarkt Europas. Eintritt 6 Euro, 9 bis 16:30 Uhr, kostenlose NDSM-Fähre ab Centraal alle 30 Minuten. Vintage-Kleidung, Möbel, Schallplatten, Bücher — ideal für einen halben Tag mit Mittagspause im Pllek-Strand-Restaurant.
Begijnhof-Innenhof entdecken
Der Begijnhof zwischen Spui und Singel ist einer der ältesten Hofjes Amsterdams — gegründet im 14. Jahrhundert für die Begijnen. Im Innenhof steht das Houten Huys von 1528, eines der zwei letzten Holzhäuser der Stadt. Kostenlos und täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Die meisten Touristen laufen am unscheinbaren Eingang neben dem American Book Center vorbei.
Brouwerij 't IJ — Mühlen-Brauerei
Brouwerij 't IJ ist die wohl bekannteste handwerkliche Brauerei Amsterdams, direkt neben der Mühle De Gooyer aus dem Jahr 1725 am Funenkade 7. Verkostung von acht Bieren ab 13 Euro mit Käse-Brot-Brettchen, täglich 14 bis 20 Uhr. Brauerei-Tour 11 Euro inklusive vier Verkostungen. Tram 14 Eerste Van Swindenstraat.
Albert-Cuyp-Markt mit Stroopwafel-Test
Der größte Tagesmarkt der Niederlande mit 260 Ständen — werktags weniger voll, samstags am dichtesten. Highlights sind frische Heißpressen-Stroopwafels für 2,50 Euro, Heringsbrötchen für 4 Euro, Surinaamse Roti-Rolls für 5 bis 7 Euro. Montag bis Samstag 9 bis 17 Uhr, sonntags geschlossen. Tram 4 Stadhouderskade.
Hortus Botanicus — Garten aus 1638
Hortus Botanicus an der Plantage Middenlaan 2A ist einer der ältesten botanischen Gärten der Welt — gegründet 1638 als Heilkräuter-Garten. Heute 1,2 Hektar mit drei klimatisierten Gewächshäusern. Eintritt 11,50 Euro, täglich 10 bis 17 Uhr. Die 350 Jahre alte Kapok-Palme ist das Wahrzeichen, ideal für regnerische Nachmittage.
A'DAM-Tower Over the Edge Schaukel
Der A'DAM-Tower in Noord hat in 100 Metern Höhe die Schaukel Over the Edge — Europas höchste Schaukel über den Rand des Hochhauses hinaus. Lookout 17,50 Euro, Schaukel zusätzlich 7,50 Euro, täglich 10 bis 22 Uhr. Bei Sonnenuntergang die schönste Stadt-Silhouette Hollands.
Touristen-Hotspots gegen Geheim-Alternativen — der ehrliche Vergleich
Wer fünf Tage Amsterdam hat, kombiniert je einen halben Tag pro Quartier — Jordaan-Hofjes, De Pijp mit Albert Cuyp, NDSM-Werft, Westerpark und Foodhallen, Centrum mit Begijnhof und Hortus Botanicus, Oost mit Brouwerij 't IJ — Anne-Frank-Schlange und De Wallen-Pflichtbesuch werden überflüssig.
Hofjes, Squat-Erbe und alternative Kultur
Amsterdam wäre nicht Amsterdam ohne sein Erbe der Squat-Bewegung, der selbstverwalteten Kulturzentren und der versteckten Hofjes. Drei Highlights prägen das alternative Selbstverständnis der Stadt bis heute.
Spuistraat 199 — Burning Man Erbe der Squat-Kultur
Die Spuistraat 199 zwischen Spui und Singel war jahrzehntelang das berühmteste Squat-Haus Amsterdams — 1985 von Hausbesetzern in einem alten Verlagsgebäude gegründet, beherbergte sie bis 2015 Künstler-Ateliers, Konzertsaal, Bar und selbstverwaltetes Restaurant. Die rote Fassade mit den eingeschlagenen Fenstern und dem Burning-Man-Graffiti ist legendär — auch nach der Räumung 2015 bleibt das Haus Symbol der niederländischen Hausbesetzer-Bewegung. Die Spuistraat selbst ist eine der atmosphärischsten Straßen Amsterdams mit kleinen Galerien, antiquarischen Buchläden und Hinterhof-Cafés.
OCCII bei der Vondelpark-Brücke — alternative Kultur seit 1984
OCCII an der Amstelveenseweg 134 ist seit 1984 selbstverwaltetes alternatives Kulturzentrum mit Konzert-Saal, Bar, Probe-Räumen und Ausstellungs-Fläche. Untergebracht in einem ehemaligen Pferdestall der Tram-Gesellschaft, hat OCCII zahlreiche Underground-Bands der niederländischen Punk-, Hardcore- und experimentellen Szene gehostet. Konzert-Tickets zwischen 5 und 15 Euro, Programm wechselt wöchentlich.
Reguliers-Block am Rembrandtplein — jüdisches Amsterdam vor 1940
Das Reguliers-Block südlich des Rembrandtplein zwischen Reguliersdwarsstraat, Reguliersgracht und Herengracht war im 19. und frühen 20. Jahrhundert ein zentrales Wohngebiet der jüdischen Amsterdamer Bourgeoisie. Heute zeigen die erhaltenen Stadthäuser das jüdische Amsterdam vor der Deportation 1942. Die nahe Hollandsche Schouwburg war zwischen 1942 und 1943 Sammelpunkt für 46.000 deportierte Amsterdamer Juden und ist heute Mahnmal mit kostenlosem Eintritt.
Oost, Oostpoort und der Park Frankendael
Östlich des Centrums liegen drei alternative Bezirke — die Plantage-Buurt mit Hortus Botanicus und Brouwerij 't IJ, das hippe Oostpoort-Quartier und der grüne Park Frankendael in Watergraafsmeer.
Oostpoort — heimliche Hipster-Adresse
Oostpoort entstand 2014 auf dem Gelände eines ehemaligen Krankenhauses zwischen Linnaeusstraat, Pretoriusstraat und Ringdijk — Wohnungs-Neubauten, Restaurants, Markthalle und breite Fußgänger-Promenade. Die Markthalle Oostpoort hat täglich Frische-Stände und einen Sonntags-Markt mit lokalen Erzeugern. Restaurants wie Walter Woodbury Bar und Bambino liefern bezahlbare Mittagessen unter 15 Euro. Tram 14 Hogeweg.
Park Frankendael in Watergraafsmeer
Der Park Frankendael in Watergraafsmeer ist mit 12 Hektar Amsterdams einziger erhaltener Stadtsitz — eine 1659 angelegte Landgut-Anlage mit Schloss, Stadtgarten, Imkerei, dem Restaurant De Kas in einer ehemaligen Orangerie mit Bio-Garten-Küche und einem Stadt-Bauernhof mit Kinderprogramm. Kostenlos und täglich geöffnet von 7 bis 23 Uhr. Erreichbar mit Tram 19 Christiaan Huygensplein.
Hortus Botanicus und Plantage-Buurt mit Berlage-Architektur
Die Plantage-Buurt zwischen Artis-Zoo, Hortus Botanicus und der Architektur Berlages am Plantage Middenlaan ist eines der grünsten Innenstadt-Quartiere Amsterdams. Hortus Botanicus, einer der ältesten botanischen Gärten der Welt aus dem Jahr 1638, hat eine 350 Jahre alte Kapok-Palme als Wahrzeichen. Der Artis-Zoo ist mit 750 Tierarten der älteste Zoo der Niederlande. Wer die Berlage-Architektur erleben will, läuft entlang Sarphatistraat — die Beurs van Berlage von 1903 prägt das moderne Amsterdam zwischen 1898 und 1934.
Praktische Tipps für Amsterdam abseits der Pfade
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Iamsterdam-City-Card statt Einzeltickets
Die offizielle City-Card der Tourismus-Marke iamsterdam.com kostet ab 65 Euro für 24 Stunden und beinhaltet ÖPNV, alle wichtigen Museen (Rijksmuseum, Van Gogh, Hermitage), Gratis-Grachtenfahrt und ermäßigte Eintritte. 48 Stunden 90 Euro, 72 Stunden 110 Euro, 96 Stunden 130 Euro, 120 Stunden 145 Euro. Online bestellen oder am Tourist Information Office Centraal Station abholen.
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Hofjes nur tagsüber und respektvoll besuchen
Karthuizerhofje, Sint Andrieshofje und Begijnhof sind bewohnt — die Bewohnerinnen leben dort ganzjährig. Zwischen 10 und 17 Uhr leise sprechen, nicht fotografieren wo Privat-Schilder stehen, keine großen Reisegruppen mitbringen. Eintritt überall kostenlos, Werktage entspannter als Wochenende.
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IJ-Fähre und NDSM-Fähre kostenlos nutzen
Die kostenlosen GVB-Fähren sind kein Tourist-Service, sondern Teil des regulären ÖPNV. Buiksloterweg-Fähre 7-Minuten-Takt rund um die Uhr, NDSM-Fähre 30-Minuten-Takt 7 bis 23 Uhr. Beide ab Anlegestelle hinter Centraal Station. Räder kostenlos mit, ideal für Stadt-Tour Centrum-Noord ohne Auto.
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Albert-Cuyp-Markt werktags am Vormittag
Samstags ist der Markt am dichtesten und touristischsten. Dienstag oder Mittwoch am Vormittag — Einheimische sind beim Einkauf, Stände nehmen sich Zeit für Gespräche. Stroopwafels frisch gepresst, Heringsbrötchen knackig, Kibbeling vom Boot. Beste Mittagspause anschließend am Sarphatipark.
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Rad statt Tram für Geheim-Tour
Wer Hofjes, NDSM, Westerpark, Brouwerij 't IJ und Park Frankendael an einem Tag verbinden will, schafft das nur mit dem Rad. Tagesmiete bei MacBike oder Yellow Bike zwischen 12 und 18 Euro. Beleuchtung gesetzlich vorgeschrieben. Auf Radwegen rechts halten, Tram-Schienen schräg überqueren.
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Barrierefreiheit nüchtern einschätzen
Tram-Niedrigflur 95 Prozent, Metro alle mit Aufzug. Hofjes sind durch Schwellen schwerer befahrbar — Begijnhof teilweise machbar, Karthuizerhofje eingeschränkt. NDSM-Werft komplett barrierefrei, IJ-Fähre Niedrigflur. Albert-Cuyp-Markt eben, bei Andrang eng. Hortus Botanicus und Park Frankendael komplett rollstuhltauglich. Karten online über holland.com.
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Sommer-Termine vor Anreise checken
Westergasfabriek hostet zwischen Mai und September Festivals wie Dekmantel, Awakenings und Pitch — an Festival-Wochenenden ist der ganze Westerpark gesperrt. NDSM-Werft mit IJ-Hallen jeden ersten Sonntag, Pride-Parade erstes August-Wochenende, Marathon Mitte Oktober. Wer Stille sucht, vermeidet diese Termine.
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Schlechtwetter-Programm
An regnerischen Tagen — Foodhallen West, Markthalle Oostpoort, Hortus-Gewächshäuser, Eye Filmmuseum, Westergasfabriek-Hallen, Brouwerij 't IJ-Verkostung, OCCII-Konzerte. Damit ist ein voller Schlechtwettertag problemlos planbar.
Insider-Tipps für die Geheim-Tour
Welche Geheim-Orte gut zusammen passen
Im Westen lassen sich Jordaan-Hofjes, Westerpark mit Westergasfabriek, Foodhallen Oud-West und Albert-Cuyp-Markt (Tram 7) zu einem dichten Tag verbinden. In Noord gehören NDSM-Werft, A'DAM-Tower, Eye Filmmuseum und Pllek-Beach zusammen. Im Osten bilden Plantage-Buurt mit Hortus Botanicus, Brouwerij 't IJ, Oostpoort-Markthalle und Park Frankendael ein eigenes Halbtags-Programm. Reguliers-Block und Begijnhof verbinden sich mit einem zentralen Spaziergang, der Damrak und Bloemenmarkt elegant umgeht.
Wie ehrlich der Begriff Geheimtipp wirklich ist
Jordaan, Albert-Cuyp-Markt, NDSM-Werft und Begijnhof sind keine echten Geheimtipps mehr — sie stehen in jedem moderneren Reiseführer. Mit Timing (Hofjes vormittags werktags, Albert Cuyp Dienstag, NDSM erster Sonntag IJ-Hallen, Begijnhof zwischen 10 und 11 Uhr) bekommt man auch dort die ruhige Variante. Echte Geheimtipps bleiben Sint Andrieshofje, Suykerhofje, Park Frankendael, OCCII-Konzerte und das Reguliers-Block.
Häufige Fragen rund um Amsterdam abseits der Pfade
Wer eine alternative Stadt-Rundreise plant, stößt auf wiederkehrende Planungsfragen — Reisezeit, ÖPNV, Eintritte, Fähren, Rad-Miete, Hofjes-Etikette. Die folgenden Antworten bündeln Erfahrungen langjähriger Amsterdam-Reisender.



