30 Jahre Schengen: Grenzen offen, aber wie lange noch?
Entdecke, wie sich die Reisefreiheit in Europa verändert und welche Herausforderungen auf uns zukommen könnten.
Vor genau 30 Jahren, am 26. März 1995, trat das Schengener Abkommen in Kraft und veränderte die Art und Weise, wie Menschen durch Europa reisen. Ursprünglich zwischen fünf Ländern umgesetzt, ist der Schengen-Raum heute auf 29 Mitgliedstaaten angewachsen, die es Millionen von Reisenden ermöglichen, ohne sichtbare Grenzkontrollen zu reisen. Diese Reisefreiheit hat nicht nur historische Bedeutung, sondern auch praktische Vorteile. In jedem der Mitgliedsländer kann man leben, arbeiten und reisen, ohne sich um umfangreiche Dokumente kümmern zu müssen. Die Bürger der EU können bis zu drei Monate in jedem anderen EU-Land verbringen, was einen sogenannten "Europäischen Alltag" fördert, in dem Grenzen keine Barrieren mehr darstellen.
Trotz der vielen positiven Aspekte steht das grenzfreie Europa jedoch vor ernsthaften Herausforderungen. Migration, Terrorismus und organisierte Kriminalität führen dazu, dass einige Länder veranlasst werden, temporäre Grenzkontrollen einzuführen. Die COVID-19-Pandemie hat diese Situation weiter verstärkt, als viele Staaten wieder Grenzkontrollen einführten, die zuvor abgeschafft worden waren. Dies wirft die Frage auf, wie lange das Konzept eines grenzenlosen Europas noch Bestand haben kann. Rumänien und Bulgarien haben den Schengen-Raum zwar angepeilt, jedoch stehen sie weiterhin vor Herausforderungen, da an Land- und Schienenwegen noch Grenzkontrollen bestehen.
Eine aktuelle Umfrage in Deutschland zeigt, dass 72 % der Befragten die Vorzüge des Schengen-Raums höher einschätzen als die Nachteile. Dennoch bleibt ungewiss, ob die Freizügigkeit in Europa auch in Zukunft gewährleistet werden kann. Es wird daran gearbeitet, die Außengrenzen der EU zu stärken und die polizeiliche Zusammenarbeit zu verbessern, um sowohl Sicherheit als auch Reisefreiheit in Einklang zu bringen. Ob das grenzfreie Europa tatsächlich beinahe grenzenlos bleibt, steht zur Diskussion. Eventuell wird es notwendig sein, einen Balanceakt zwischen Sicherheit und Freiheit zu finden.