Tips für sicheres Wintercamping: Gasversorgung und mehr
Seit dem 19. Juni 2025 hat sich beim Wintercamping etwas Entscheidendes verändert: Wer ein Freizeitfahrzeug mit fest eingebauter Flüssiggasanlage nutzt, braucht eine aktuelle Gasprüfung nach dem technischen Standard DVGW G 607 — und zwar alle zwei Jahre. Das war für mich beim Planen der letzten Tour ein echter Weckruf, weil der Prüfnachweis jetzt nicht nur empfehlenswert, sondern verpflichtend ist. Neben dem Prüfintervall solltest Du auch im Blick behalten, dass Schläuche und Druckregler nach zehn Jahren rausmüssen; das ist keine Wunschliste, sondern fester Bestandteil der Vorschrift. Kurz gesagt: Ohne gültiges Prüfzertifikat darfst Du bald nicht mehr sorgenfrei losfahren.
Technik und Praxis rücken dadurch noch stärker in den Fokus. Für den Betrieb der Heizung während der Fahrt sind beispielsweise Crash-Sensor und Schlauchabbruchsicherung Pflicht — das kann Leben retten, wenn’s blöd kommt. Gasflaschen gehören aufrecht und fest verzurrt in den Flaschenkasten, die Reserveflasche mit zugedrehtem Ventil und Schutzkappe, damit unterwegs kein unnötiger Stress entsteht. Besonders in der kalten Jahreszeit zahlt sich ein automatischer Umschaltregler aus; noch besser sind Modelle mit Vereisungsschutz. Aus eigener Erfahrung: Ein verstopfter oder eingefrorener Regler kann Dir mitten in der Nacht die Wärme rauben — nicht schön, wenn die Außentemperaturen unter null kriechen. Und ja, Propan-Butan-Gemische funktionieren bei kalten Temperaturen deutlich zuverlässiger, während reines Propan sogar bis etwa minus 42 °C gasförmig bleibt. Eine 11‑kg‑Flasche reicht bei Dauerbetrieb von Heizung, Kocher, Warmwasser und Kühlschrank ungefähr drei bis fünf Tage, wenn die Temperaturen zwischen minus fünf und fünf Grad schwanken — gut zu wissen fürs Vorratsmanagement.
Energieplanung und Notfallvorsorge haben gerade an Bedeutung gewonnen. Mein Tipp: Lass die vorgeschriebene Gasprüfung rechtzeitig machen und bewahre das Prüfprotokoll im Fahrzeug auf; Kontrollen können unangenehm kommen, wenn man nicht vorbereitet ist. Zusätzlich zur Prüfung lohnt sich ein kurzer Check der Dichtungen, Ventile und Schläuche vor jeder Abfahrt — kleine Risse wirst Du mit Bordmitteln zwar nicht professionell reparieren, aber Du erkennst sie frühzeitig. Tragbare Gasdetektoren für die Kabine und ein funktionierender Rauch- bzw. CO-Melder gehören auf jede Packliste; die Dinger sind klein, günstig und bringen ein deutlich entspannteres Gefühl. Wenn Du oft bei sehr niedrigen Temperaturen übernachtest, denk darüber nach, alternative Wärmequellen wie Dieselheizungen oder zusätzliche Batterie-/Solarlösungen einzuplanen — weniger Gasverbrauch heißt mehr Unabhängigkeit.
Kurz und knapp: Rechtslage, Technik und Alltag haben sich so gedreht, dass Vorbereitung jetzt noch mehr zählt. Hol die DVGW‑Prüfung, check die Bauteile und plane Deine Gasvorräte konservativ. Wenn Du das beherzigst, wird der Wintertrip trotz Kälte ziemlich entspannt — versprochen, ich hab’s ausprobiert und es macht einen großen Unterschied.




