Reiselust der Deutschen 2026: 82 Prozent planen Urlaub
Kaum zu fassen: 82 Prozent der Deutschen haben 2026 eine Reise eingeplant. Mir persönlich hat diese Zahl ein kleines Freudenspringen entlockt — nach den letzten Jahren wirkt das fast wie kollektives Aufatmen. Strand- und Städtetrips teilen sich mit jeweils 38 Prozent die Spitzenposition, während Abenteuer in der Natur (24 Prozent) und Kultur- oder Rundreisen (21 Prozent) weiter hinten folgen. Das ist kein Dauerfeuer an Fernweh, aber ein sehr klares Signal: Urlaub bleibt ein Muss im Kalender vieler Menschen.
Interessant wird es, wenn man tiefer in die Pläne schaut. Rund 62 Prozent denken an mehrtägige private Reisen; davon wollen 36 Prozent gleich mehrfach losziehen, 26 Prozent planen eine einzige größere Auszeit. Unsicherheit bleibt ein Thema: 16 Prozent sind noch unentschieden, und nur 19 Prozent verzichten komplett auf Urlaub. Andere Erhebungen liefern ein ähnlich gemischtes Bild — die FUR nennt 67 Prozent mit konkreten Reiseabsichten, Statista 66 Prozent, die zumindest eine fünftägige Reise anpeilen — wobei sich die feste Buchungsbereitschaft leicht abgeschwächt hat. Überraschenderweise erwarten viele Urlauber nicht weniger Tage als 2025: 41 Prozent peilen dieselbe Reisedauer an, 27 Prozent sogar mehr Zeit weg von zu Hause.
Buchungsverhalten und Ziele erzählen die Geschichte dahinter. Schon 35 Prozent haben den Großteil ihrer Reisen für 2026 fix gemacht, und 45 Prozent planen mehr als zwei Trips im Jahr. Bei der Organisation packen die Leute gerne selbst mit an: ein großer Teil stimmt Unterkunft, Ziel und Termine eigenhändig ab. Inlandsnähe zahlt sich aus — Bayern führt die Bundesländerliste an, dicht gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern, Baden-Württemberg und Niedersachsen. International sind Spanien, Italien, die Türkei und Länder in Skandinavien weit oben auf den Wunschzetteln. Kurzfristig gemessen: Anfang 2026 wurden 465,5 Millionen Übernachtungen im Inland verzeichnet — ein kleiner Rekord, der zeigt, dass die Lust aufs Reisen greifbar bleibt. Übrigens steigt die Bereitschaft, etwas mehr für Komfort auszugeben: rund 22 Prozent denken an etwas luxuriösere Optionen.
Wirtschaftspessimismus schwebt dennoch im Raum; 59 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung der Gesamtlage, nur 24 Prozent sehen eine Verbesserung der eigenen Situation. Trotzdem sind Zeit und Geld für viele vorhanden — 69 Prozent sagen, sie hätten genügend freie Zeit, und 60 Prozent sehen ihre Finanzen als tragbar für Urlaub. Das passt zu Aussagen aus der Branche: BTW-Präsident Sören Hartmann bringt es auf den Punkt, wenn er betont, die Leute wollten „gut geplant und mit klarem Fokus auf Preis-Leistung, Sicherheit und Komfort“ verreisen — und Authentizität vor schnellem digitalem Glanz schätzen. Für Experten wie Martin Lohmann und Ulrich Reinhardt ist das Ganze mehr als Freizeit: Reisen wird zur Strategie gegen Stress. Ich finde das nachvollziehbar — in meinem Umfeld scheint der Trip längst zum Ersatz für kleine Alltagsfluchten geworden zu sein.




