Lufthansa-Bodenpersonal: Streiks abgewendet, Chaos droht
Nach langen Verhandlungen gibt es nun erst einmal Ruhe am Boden: Lufthansa und Verdi haben sich nach vier Runden auf einen Tarifabschluss geeinigt, der mehr als 20.000 Bodenbeschäftigten spürbare Verbesserungen bringt. Konkret bedeutet das eine Einmalanpassung von 2,2 Prozent rückwirkend ab Januar 2026 und eine weitere Stufe von 2,4 Prozent ab Frühjahr 2027 — bei der Kernmarke Lufthansa beginnt die zweite Erhöhung allerdings etwas später, nämlich im Januar 2027. Für viele Mitarbeitende ist vor allem die vertraglich verankerte Schutzfrist gegen Ausgliederungen wichtig; über einen Zeitraum von acht Jahren sollen Verschiebungen in Tochterfirmen mit schlechteren Konditionen vermieden werden. Die Einigung muss noch von den Mitgliedern bestätigt werden, deshalb ist das Ergebnis zwar beruhigend, aber noch nicht in Stein gemeißelt.
Gleichzeitig bleibt die Lage insgesamt fragil, weil andere Beschäftigtengruppen noch nicht an Bord sind. Die Kabinengewerkschaft UFO hat in einer Urabstimmung ein klares Votum für mögliche Arbeitskämpfe erhalten, und ihr Vorsitzender rechnet mit einem starken Mandat für die Flugbegleiter — Gründe sind festgefahrene Diskussionen um einen Manteltarifvertrag und offene Fragen rund um die Regionaltochter, die 2027 umgebaut werden soll. Bei Lufthansa Cityline fehlt ein Sozialtarifvertrag; der geplante Ersatz durch eine neue Einheit, Lufthansa City Airlines, sorgt hinter den Kulissen für Unruhe. Auch die Pilotenunion Vereinigung Cockpit schaut sich ein neues Rentenangebot genau an, nachdem bereits zwei Wellen mit Streiks die Airline getroffen haben. Ein Erklärtermin zu diesem Vorschlag war für die letzte Märzwoche angesetzt; wie die Pilotenschaft reagiert, könnte entscheiden, ob der kommende Ferienverkehr ruhig bleibt oder nicht.
Für dich als Reisenden heißt das: gelassen bleiben, aber vorbereitet sein. Informiere dich vor Abflug regelmäßig über Statusmeldungen, speichere Kontaktinfos der Airline und prüfe stornierbare oder flexibel umbuchbare Optionen — im Streitfall gelten Umtausch- und Rückerstattungsregelungen, die du kennen solltest. Eine Reiseversicherung mit Streikschutz kann jetzt Gold wert sein, und beim Packen lohnt sich ein Plan B für kritische Termine. Für mich ist klar: Die Bodenvereinbarung nimmt Druck aus einer großen Front, doch die wirkliche Ruhe am Himmel hängt an anderen Verhandlungen. Ich bleibe dran und melde mich wieder, falls sich die Lage bei Kabinenpersonal oder Piloten verschärft — oder wenn sich eine echte Entspannung einstellt.




