Island ist kein klassisches Strandziel, sondern ein Reiseziel für klare Pläne, gutes Wetterfenster und lange Tagesetappen. Zwischen Reykjavik und dem Südosten liegen Gletscher, Lavafelder, Wasserfälle und Küstenabschnitte, die du meist in 7 bis 14 Tagen sinnvoll kombinierst. Für Familien mit älteren Kindern klappt Island gut mit Mietwagen und wenigen Basisstationen. Wenn du Natur sehen willst, ohne jeden Tag Koffer zu packen, ist der Süden rund um Selfoss, Vík und Höfn der einfachste Einstieg.
Die 9 Naturwunder im Überblick
Nordlichter am dunklen Himmel
Die Aurora Borealis siehst du am ehesten von September bis März, fern von Stadtlicht und bei klarer Luft. Gute Chancen hast du rund um Thingvellir, an der Südküste und im Osten, wenn der Himmel ruhig bleibt. Plane keine Garantie ein, sondern mehrere Nächte.
Gletscher und Eislagunen
Vatnajökull, Jökulsárlón und kleinere Zungen wie Sólheimajökull zeigen dir das Eis sehr direkt. Im Sommer laufen Bootsfahrten, im Winter kommen oft Eisgrotten dazu. Mit Kindern lohnt sich ein kurzer Stopp an der Lagune mit wenig Laufzeit.
Vulkane und Lavafelder
Am Reykjanes-Halbinselgebiet und entlang der Südküste siehst du junge Lava, Dampf und rote Schlacke. Die Landschaft wirkt karg und ist trotzdem gut erschlossen. Halte dich an gesperrte Wege und prüfe aktuelle Hinweise vor Ort.
Wasserfälle auf kurzer Strecke
Seljalandsfoss, Skógafoss, Gullfoss und viele kleinere Fälle liegen oft nur Minuten voneinander entfernt. Das macht Island praktisch für kurze Tagesetappen. Gute Regenkleidung ist hier keine Kür, sondern Pflicht.
Heiße Quellen und Thermalbäder
Vom einfachen Naturpool bis zum großen Bad mit Restaurant reicht die Auswahl. Viele Anlagen sind ganzjährig geöffnet, besonders rund um Reykjavik und im Süden. Vorher online buchen lohnt sich in der Hauptsaison.
Schwarze Strände und Klippen
Reynisfjara bei Vík ist der bekannteste schwarze Strand, aber nicht der einzige. Achte auf Wellenwarnungen, denn die Brandung kann gefährlich sein. Für Familien ist Beobachten am Rand oft die bessere Wahl als ein langer Strandspaziergang.
Die 9 Naturwunder Islands im Detail
1. Nordlichter über dem Winterhimmel
Die Nordlichter sind für viele der Hauptgrund für eine Reise nach Island. Am besten stehen die Chancen zwischen Mitte September und Ende März, wenn die Nächte lang genug sind. Du brauchst klaren Himmel, wenig Licht und etwas Geduld. Rund um Reykjavik fahren viele Gäste dafür noch eine Stunde raus in dunklere Gebiete. Wer nur zwei oder drei Nächte bleibt, hat Glück, wenn das Wetter mitspielt.
2. Der Vatnajökull mit seinen Gletscherzungen
Der Vatnajökull ist der größte Gletscher Europas nach Fläche und prägt den Südosten der Insel. Besonders bekannt sind die Gletscherzungen, die bis an befahrbare Straßen reichen. Dort siehst du sehr gut, wie Eis, Schmelzwasser und schwarze Sandflächen zusammenhängen. Für viele Reisende ist das einer der stärksten Kontraste in Island, weil das Gelände gleichzeitig kalt und rau wirkt.
3. Jökulsárlón und die Diamond Beach
Die Gletscherlagune Jökulsárlón liegt direkt an der Ringstraße und gehört zu den einfachsten Naturstopps auf einer längeren Island-Rundreise. Eisbrocken treiben auf dem Wasser, oft mit Robben im Hintergrund. Gleich gegenüber liegt die Diamond Beach, wo einzelne Eisschollen auf schwarzem Sand liegen. Das funktioniert auch bei kurzem Zeitfenster gut, weil du viel siehst, ohne weit zu laufen.
4. Der Gullfoss im Goldenen Kreis
Der Gullfoss ist einer der bekanntesten Wasserfälle Islands und Teil des beliebten Golden Circle. Das Wasser fällt über zwei Stufen in eine enge Schlucht. Bei gutem Wetter stehen oft deutlich mehr Besucher dort als an anderen Fällen, aber die Wege sind kurz und gut ausgebaut. Wer den Golden Circle in einem Tag fährt, kann Gullfoss mit Thingvellir und dem Geysir-Gebiet verbinden.
5. Seljalandsfoss und der Weg hinter dem Wasser
Seljalandsfoss liegt an der Südküste und ist vor allem wegen des Pfads hinter dem Wasserfall bekannt. Im Sommer kommst du mit etwas Vorsicht um die Fallwand herum, im Winter kann der Weg gesperrt oder rutschig sein. Direkt in der Nähe liegt auch der kleinere Gljúfrabúi, der in einer Felsöffnung versteckt ist. Für einen kurzen Stopp ist das ein guter Doppelhalt.
6. Skógafoss mit der großen Fallkante
Skógafoss ist breit, hoch und sehr leicht erreichbar. Die Fallhöhe von rund 60 Metern macht ihn schon aus der Ferne sichtbar. Bei Sonne entstehen oft Regenbögen in der Gischt. Wer noch mehr Bewegung will, steigt die Treppe neben dem Wasserfall hoch und läuft ein Stück in die Hochebene hinein. Dort startet auch ein bekannter Wanderabschnitt.
7. Der aktive Eyjafjallajökull
Der Eyjafjallajökull liegt im Süden Islands und ist seit dem Ausbruch 2010 weltweit bekannt. Mit 1.666 Metern Höhe gehört er nicht zu den höchsten Gipfeln der Insel, aber zu den prägnantesten Namen. Den Vulkan selbst kannst du nicht einfach so besuchen, wohl aber die umliegenden Aussichtspunkte und den Gletscherbereich. Das Gebiet zeigt sehr gut, wie nah Feuer und Eis in Island zusammenliegen.
8. Die Lavahöhle Raufarhólshellir
Raufarhólshellir liegt südöstlich von Reykjavik und ist eine der gut zugänglichen Lavahöhlen des Landes. Hier gehst du unter einer alten Lavaschicht durch Tunnel, die durch einen Ausbruch entstanden sind. Der Besuch funktioniert nur mit Führung und Helm. Das ist für Familien mit älteren Kindern oft spannender als ein weiterer Fotostopp an der Straße.
9. Die Reynisfjara mit Basaltsäulen und Brandung
Reynisfjara bei Vík ist kein Badestrand, sondern ein Ort zum Schauen und kurz Bleiben. Die schwarzen Kiesel, die Basaltsäulen und die Felsnadeln draußen im Meer machen den Strand bekannt. Gleichzeitig ist die Brandung dort gefährlich. Halte Abstand zum Wasser, auch wenn die Fläche offen wirkt. Für viele Island-Reisende ist das der Punkt, an dem man die Kraft des Atlantiks am deutlichsten spürt.
Anreise und Erreichbarkeit
Island erreichst du meist über den Flughafen Keflavík bei Reykjavik. Die meisten Rundreisen starten dort direkt mit dem Mietwagen. Ohne Auto geht vieles auch, aber dann brauchst du mehr Zeit und musst bei einzelnen Naturzielen auf Touren oder Busse setzen.
Mit dem Auto
Von Keflavík fährst du über Reykjanesbraut und die Zufahrten nach Reykjavik oder direkt weiter auf die Ringstraße. Für den Golden Circle und die Südküste ist ein normaler Mietwagen im Sommer meist ausreichend. Für Hochlandpisten brauchst du ein geländetaugliches Fahrzeug, das nicht für jede Reise sinnvoll ist. Im Winter sind Spikes, Wetterlage und Sperrungen wichtiger als die reine Kilometerzahl.
Mit der Bahn / dem ÖPNV
Island hat kein normales landesweites Bahnnetz. Vor Ort bist du zwischen Reykjavik, Keflavík und den Hauptorten daher meist mit Bus, Transfer oder Mietwagen unterwegs. In Reykjavik selbst funktionieren Stadtbusse gut, für Wasserfälle, Gletscher und Strände aber nur eingeschränkt. Wer ohne Auto reist, sollte Tagesausflüge vorher fest einplanen.
Mit dem Flugzeug
Für die meisten Reisenden ist Keflavík der einzige sinnvolle Flughafen. Direktflüge aus Deutschland dauern grob 3 bis 4 Stunden, je nach Abflugort. Hamburg, Berlin und München sind im Sommer oft gut angebunden, die Frequenz schwankt aber saisonal. Für Nordlichtreisen lohnt sich ein flexibler Flug, damit du bei Wetteränderungen reagieren kannst.
Vor Ort bewegen / Parken
Mit dem Mietwagen kommst du am flexibelsten voran. An bekannten Stopps wie Gullfoss, Skógafoss oder Jökulsárlón gibt es Parkplätze, oft mit Gebühren oder klaren Hinweisen vor Ort. An besonders beliebten Punkten kann es in der Hauptsaison eng werden. Wer spät am Tag ankommt, hat meist mehr Ruhe als zur klassischen Mittagszeit.
Die 6 wichtigsten Aktivitäten für deinen Island-Trip
Golden-Circle-Tour
Die klassische Runde verbindet Thingvellir, Geysir und Gullfoss. Dafür brauchst du einen ganzen Tag, besser mit frühem Start. Im Sommer sind viele Anbieter ab Reykjavik unterwegs, oft mit Abholung am Hotel.
Gletscherwandern
Geführte Touren auf Sólheimajökull oder am Vatnajökull gehören zu den bekanntesten Programmen. Du bekommst Ausrüstung meist vor Ort. Für Kinder gelten oft Mindestalter und Wetterregeln.
Eisgrotten im Winter
Von etwa November bis März laufen in Südostisland viele Touren zu Eishöhlen. Die Plätze sind begrenzt und wetterabhängig. Früh buchen ist sinnvoll, weil die Fenster kurz sind.
Walbeobachtung ab Reykjavik oder Húsavík
Die Saison reicht meist vom Frühjahr bis in den Herbst. Rund um Reykjavik starten viele Touren in der Bucht, im Norden ist Húsavík besonders bekannt. Wer seekrank wird, sollte die Fahrtzeit kurz halten.
Thermalbäder und Lagunen
Die Blaue Lagune, die Sky Lagoon und kleinere Naturbäder sind gute Pausen zwischen langen Strecken. Unter der Woche ist es oft ruhiger als am Wochenende. Für beliebte Zeitfenster solltest du reservieren.
Reiten auf Islandpferden
Kurze Ausritte werden rund um Reykjavik und im Süden fast ganzjährig angeboten. Das Tempo ist meist ruhig, deshalb eignet sich das auch für Anfänger. Wetterfeste Kleidung ist Pflicht.
Welche Naturregion passt zu deiner Reise?
Wenn du zum ersten Mal nach Island fährst, ist die Südküste meist die beste Mischung aus Aufwand und Sichtbarkeit. Für einen kurzen Einstieg reicht Reykjavik plus Golden Circle. Wer mehr Zeit hat, nimmt Südostisland dazu.
So viele Tage solltest du für Island einplanen
Für einen ersten Überblick reichen 5 bis 7 Tage nur dann, wenn du dich auf Reykjavik, Golden Circle und einen Teil der Südküste konzentrierst. Mit 8 bis 10 Tagen wird die Strecke entspannter und du kannst Jökulsárlón oder Höfn einbauen. Für eine komplette Rundreise auf der Ringstraße sind 12 bis 14 Tage sinnvoll, besser mit einer Übernachtung pro Abschnitt. Im Winter solltest du weniger Kilometer pro Tag planen als im Sommer.
Wetter, Kleidung und Straßenlage
Island kann im gleichen Tag Sonne, Regen und starken Wind liefern. Eine wasserdichte Jacke, feste Schuhe und eine zusätzliche Schicht gehören ins Gepäck. Für Autofahrten ist nicht nur die Temperatur wichtig, sondern vor allem Wind und Sicht. Im Hochland sind viele Strecken nur im Sommer offen. Wer mit Kindern reist, sollte längere Fotostopps mit kurzen warmen Pausen mischen.
Praktische Tipps für Island Urlaub
- €Tankstopps früh mitnehmen
Außerhalb von Reykjavik können Orte weit auseinanderliegen. Tanke lieber früher als knapp vor dem nächsten Pass, denn manche Abschnitte wirken kürzer, als sie in Wirklichkeit sind.
- ☂Regenkleidung ist Pflicht
Bei Wasserfällen und an der Südküste wirst du fast sicher nass. Eine einfache Regenjacke reicht oft nicht, wenn der Wind dreht. Gute Schuhe sparen dir nasse Socken nach dem ersten Stopp.
- ✦Später am Abend wird es ruhiger
An vielen Naturzielen nimmt der Verkehr am späten Nachmittag deutlich ab. Wenn du die Tagesetappe flexibel planen kannst, hast du oft mehr Platz an Parkplätzen und Aussichtspunkten.
- iNordlicht nie als Hauptziel einplanen
Die Aurora ist ein Bonus, kein sicherer Programmpunkt. Besser ist eine Reise, die auch ohne Nordlicht stark ist, damit du bei Wolken nicht enttäuscht bist.
- ♿Viele Highlights sind kurz erreichbar
Gullfoss, Seljalandsfoss und Jökulsárlón haben meist kurze Wege vom Parkplatz. Das hilft, wenn du mit Kindern, Seniorinnen oder wenig Zeit unterwegs bist.
- ☀Sommer = lange Tage, Winter = kurze Fenster
Im Juni und Juli kannst du sehr lange fahren und schauen. Im Winter musst du Pausen und Lichtverhältnisse enger planen, sonst verlierst du zu viel Zeit im Dunkeln.
Insider-Tipps
Weniger bekannte Stopps an der Südküste
Zwischen den großen Wasserfällen liegen kleine Abzweige, die viele Gäste einfach vorbeifahren. Wenn du Zeit hast, lohnt sich ein kurzer Halt an ruhigeren Stellen abseits der Hauptparkplätze. Diese Stopps sind nicht spektakulär im klassischen Sinn, geben dir aber ein besseres Gefühl für die Weite der Insel.
Reykjavik als Wetterpuffer
Reykjavik ist mehr als nur Start- und Zielort. Wenn Wind oder Schnee die Straße blockieren, kannst du hier leicht einen Puffertag einbauen. So bleibt die Reise entspannter, besonders im Winter. Das ist praktischer als ein fix vollgepackter Plan ohne Reserve.
Frage: Insel oder Südküste als erste Island-Reise?
Unterkunft für eine Island-Reise
Für diese Reise funktionieren vor allem klare Zwischenstopps statt eines einzelnen Resorts. In Reykjavik schläfst du praktisch, wenn du Stadt, Ankunft und Ausflug kombinieren willst. Entlang der Südküste sind kleine Hotels, Guesthouses und Farmunterkünfte oft die beste Wahl, weil du morgens direkt weiterfahren kannst. Im Südosten lohnt sich eine Nacht in Höfn oder in der Nähe von Jökulsárlón, wenn du die Strecke entspannt aufteilen willst.
Für Familien sind Unterkünfte mit Küchenzeile und eigenem Parkplatz hilfreich. Paare nehmen oft kleine Hotels mit Blick auf die Küste oder auf das offene Land. Wer im Winter reist, sollte auf flexible Stornobedingungen achten, weil Wetter und Straßensperren die Route ändern können.
Häufige Buchungsfragen
Viele Reisende fragen zuerst nach dem besten Reisezeitraum. Für grüne Landschaften und lange Tage ist der Sommer stark. Für Nordlichter, Schnee und kurze Auszeiten ist der Winter interessanter. Wenn du beides willst, ist der September oft ein guter Kompromiss, weil die Nächte schon dunkler werden und die Straßen noch eher offen sind.
Für den ersten Island-Urlaub reicht oft ein Mietwagen der unteren Mittelklasse. In Hochlandregionen brauchst du mehr Reserven, aber die meisten Klassiker liegen auf normalen Straßen. Achte trotzdem immer auf die aktuelle Wetterlage. Das gilt besonders, wenn du Wasserfälle, Küsten und Gletscher an einem Tag kombinierst.
Wann Island Urlaub besonders sinnvoll ist
Wenn du Natur ohne viel Stadtprogramm suchst, passt Island sehr gut. Die Reise ist kein Billigziel, aber die Dichte an Landschaften ist hoch. Du kannst an einem Tag Gletscher, Wasserfall und schwarze Küste sehen, ohne weit abzufahren. Genau das macht Island für viele so planbar, obwohl das Wetter oft das letzte Wort hat.
Warum Island nicht nach Standard-Rundreise funktioniert
Island lebt von kurzen, klaren Abschnitten. Zu viele Stopps machen die Reise schnell müde. Besser ist ein sauberer Mix aus 2 bis 3 Regionen, genügend Puffer und ein Blick auf die Tageslänge. Wer das einhält, bekommt viel Natur ohne Dauerstress hinterm Steuer.



