Husum liegt in Nordfriesland an der schleswig-holsteinischen Westküste, rund 90 km nordwestlich von Hamburg und 35 km südlich der dänischen Grenze. Die Kreisstadt mit etwa 22.500 Einwohnern ist Geburtsort von Theodor Storm — der Dichter prägte das Bild der "grauen Stadt am Meer" 1851 in seinem gleichnamigen Gedicht. Das Herz von Husum ist der Binnenhafen, wo Krabbenkutter zwischen den Giebelhäusern festmachen und der Wasserspiegel zweimal täglich mit der Tide steigt und fällt. Mitte März blühen rund 4 Millionen Krokusse im Schlosspark — eines der größten Krokusvorkommen Europas. Wer Nordsee-Urlaub mit Hafen-Charakter, Wattenmeer und Literatur-Geschichte sucht und keinen langen Sandstrand braucht, ist hier richtig.
Anreise und Erreichbarkeit
Husum liegt an der A23/B5-Achse zwischen Hamburg und Sylt. Du erreichst die Stadt auf der Straße in zwei Stunden ab Hamburg, mit der Bahn ebenfalls in zwei Stunden direkt vom Hauptbahnhof. Die letzten 60 km B5 führen quer durch die Marsch, vorbei an Friedrichstadt mit seinen Grachten — auf Anreise-Samstagen in der Hauptsaison Stau möglich. Aktuelle Verbindungen auf bahn.de.
Mit dem Auto
Aus Hamburg über die A23 bis Heide-Süd, weiter auf der B5 Richtung Norden. Aus dem Ruhrgebiet über A1 und A23, Reisezeit rund 5:30 h ab Köln. Die B5 ist ab Hamburg streckenweise vierspurig ausgebaut, ab Friedrichstadt einspurig.
An Krokusblüten-Wochenenden Mitte März füllen sich die innerstädtischen Parkplätze ab acht Uhr morgens, dann lohnt der Park-and-Ride am Stadion mit Pendelbus zum Schlosspark.
Mit der Bahn
Husum hat einen eigenen Bahnhof an der Marschbahn-Strecke Hamburg–Westerland (Sylt). Der RE 6 fährt im Stundentakt von Hamburg-Altona direkt nach Husum, Fahrtzeit rund zwei Stunden. Vom Bahnhof zum Marktplatz sind es 600 Meter zu Fuß, zum Binnenhafen 800 Meter. Husum ist auch Knoten für die Nord-Ostsee-Bahn nach Kiel und für die Strecke nach Bad St. Peter-Ording — wer einen Strandtag plant, fährt von hier in 50 Minuten direkt durch.
Mit dem Flugzeug
Nächster großer Flughafen ist Hamburg (HAM), 90 km südlich. Per S-Bahn S1 zum Hauptbahnhof, dort RE 6 nach Husum — Gesamtfahrt rund 2:30 h ab Terminal. Alternativ Sylt (GWT) in 70 km Entfernung mit saisonalen Flügen aus Düsseldorf, München und Frankfurt. Von Sylt mit dem Mietwagen über Niebüll zurück zum Festland (Hindenburgdamm und B5), Fahrtzeit 1:30 h.
Parken vor Ort
Husum hat zwei größere kostenpflichtige Parkflächen im Zentrum: das Parkhaus am Mühlenstrom (Tagesticket 6 EUR) und der offene Parkplatz an der Speicherzeile direkt am Binnenhafen (Tagesticket 8 EUR). Anwohnerparken im Stadtkern ist mit Parkscheibe geregelt, maximal zwei Stunden — für Hotelgäste meist kein Problem, viele Häuser haben eigene Stellplätze. Krokusblüte Mitte März: Schlosspark-Parkplätze früh besetzen oder mit dem Pendelbus aus dem Stadtkern fahren.
Husumer Bucht und Außenhafen
Husum hat keinen langen Sandstrand wie Sylt oder St. Peter-Ording — die Lage am Eingang zur Husumer Bucht ist von Wattenmeer und Schleusenanlagen geprägt. Wer ans offene Meer will, fährt in einer halben Stunde nach Nordstrand oder in einer Stunde nach St. Peter-Ording. Direkt vor Ort lockt aber eine eigene Attraktion: der Binnenhafen mit Tide.
Binnenhafen mit Tide
Der Binnenhafen ist Husums Wahrzeichen — über das Hafentor mit der Nordsee verbunden, läuft hier zweimal täglich Wasser ein und aus. Bei Niedrigwasser liegen die Krabbenkutter trocken auf dem Schlick, bei Flut schaukeln sie auf gleicher Höhe mit den Giebelhäusern an der Hafenkante. Das Hafentor wurde 1854 angelegt und gehört zu den letzten funktionierenden Sperrwerken seiner Art an der Nordsee. Spaziergang einmal rund um den Binnenhafen: 25 Minuten, vorbei an alten Speichern, dem Schiffahrtsmuseum und dem Hafenrestaurant Bootshaus.
Außenhafen und Halligfähren
Direkt hinter dem Hafentor liegt der Außenhafen — ein aktiver Fischereihafen mit Krabbenkuttern und Anlegestellen für Halligfähren. Von hier starten die Fähren Richtung Hooge, Langeneß und Pellworm (saisonal April bis Oktober) sowie Tagesausflugsschiffe ins Wattenmeer. Der Außenhafen ist auch Startpunkt für geführte Wattwanderungen Richtung Nordstrandischmoor — die kleinste deutsche Hallig liegt bei Niedrigwasser auf rund 3 km Watt-Distanz.
Strandbad Dockkoog
Wer im Ort baden will, geht zum Strandbad Dockkoog am Westrand der Stadt — eine kleine grüne Badebucht mit Liegewiese, Sand-Ufer und Steg. Eintritt 4 EUR Erwachsene, 2 EUR Kinder, Saisonbetrieb Mai bis September. Mehr Promenade als Strand, aber für ein Bad nach dem Krokus-Spaziergang ein nettes Feature. Bewacht in der Hauptsaison.
Strandziele in der Umgebung
Lange Sandstrände gibt es auf der Halbinsel Eiderstedt: St. Peter-Ording (50 km, 12 km Sandstrand mit Pfahlbauten), Nordstrand (20 km, Halbinsel mit Deich-Strand und Wattenmeer-Charakter), Pellworm per Fähre ab Strucklahnungshörn (40 Minuten Überfahrt). Alle drei sind als Tagesausflug von Husum problemlos zu schaffen.
Top-Sehenswürdigkeiten
Schloss vor Husum mit Krokusblüte
Renaissance-Schloss von 1577 bis 1582, einst Witwensitz der Herzöge von Schleswig-Holstein-Gottorf. Heute Museum mit historischen Sälen und Wechselausstellungen. Im Schlosspark blühen Mitte März rund 4 Millionen Krokusse — eines der größten Krokusvorkommen Europas. Eintritt Schloss 6 EUR Erwachsene, Park ganzjährig kostenfrei. Pflichtprogramm für jeden Husum-Besuch.
Theodor-Storm-Haus
Wasserstraße 31, das Wohnhaus des Dichters von 1866 bis 1880. Original-Schreibtisch, Bibliothek und persönliche Briefe sind erhalten. Führungen erklären "Der Schimmelreiter" (1888) und "Die Stadt" (1851). Eintritt 6 EUR Erwachsene, Di–So geöffnet. Lohnt sich für Literaturfreunde und alle, die wissen wollen, woher das Husum-Image stammt.
Binnenhafen und Schiffahrtsmuseum
Der Binnenhafen mit Tide ist das fotogene Zentrum von Husum — Krabbenkutter zwischen Giebelhäusern. Schiffahrtsmuseum am Hafen mit Schiffsmodellen und Tonnen-Originalen. Eintritt 8 EUR. Spaziergang einmal rund um den Hafen 25 Minuten, kostenlos. Fotografisch lohnt der Blick vom Hafentor Richtung Speicherzeile.
NordseeMuseum Nissenhaus
Herzog-Adolf-Straße 25, das größte Museum Nordfrieslands. Sammlung zur Geschichte der Nordseeküste, zu Sturmfluten, Halligenleben und friesischer Kultur. Eintritt 7 EUR Erwachsene. Lohnt sich für einen Regentag oder als Vertiefung nach der Wattwanderung.
Ostenfelder Bauernhaus
Freilichtmuseum am Nordrand der Stadt, eines der ältesten Freilichtmuseen Deutschlands von 1899. Hallenhaus aus dem 17. Jahrhundert mit Original-Einrichtung. Eintritt 4 EUR. Etwa 45 Minuten Aufenthalt, lohnt sich vor allem mit Kindern.
Wattwanderung zur Hallig Nordstrandischmoor
Geführte Wattwanderung ab Husumer Außenhafen oder Lüttmoorsiel — etwa 3 km eine Richtung, Dauer 4 bis 5 Stunden Hin- und Rückweg. Erwachsene ab 18 EUR, Kinder ab 9 EUR. Tide-abhängig, nur mit Wattführer (Pflicht). Lohnt sich für Naturfreunde.
Halligfähre nach Hooge
Tagesausflug per Halligen-Fähre vom Außenhafen — Hooge erreichst du in rund zwei Stunden Überfahrt durch das Wattenmeer. Auf der Hallig Reet-gedeckte Warften, Kapelle, das Königspesel. Fährticket ab 28 EUR Erwachsene Hin- und Rück. April bis Oktober.
Marktkirche St. Marien
Klassizistische Saalkirche von 1829 am Marktplatz, ungewöhnlich für Norddeutschland — die alte Backsteinkirche wurde 1807 abgebrochen. Hellweißer Innenraum, freier Eintritt. Lohnt sich für 20 Minuten beim Stadtbummel.
Aktivitäten und Erlebnisse
Husum ist Aktivurlaub mit Marsch- und Watt-Charakter — mehr Naturerleben als Strandparty. Was du machst, hängt von Wetter und Reisegruppe ab:
Bei Sonne
- Wattwanderung mit Naturführer ab Außenhafen Richtung Nordstrandischmoor, etwa vier Stunden, ab 18 EUR
- Radtour Husum–Friedrichstadt: 18 km auf dem Treene-Radweg an Marsch und Auen entlang, Pause an den holländischen Grachten, zurück mit dem Zug. Leihrad ab 10 EUR pro Tag
- Schlosspark-Spaziergang mit Hafenrunde, etwa 90 Minuten — mehrere Cafés am Marktplatz für die Pause
- Halligfahrt nach Hooge oder Pellworm als Ganztagestour ab Außenhafen oder Strucklahnungshörn
Bei Regen
- NordseeMuseum Nissenhaus — größte Schau zur Küstengeschichte Nordfrieslands
- Theodor-Storm-Haus mit Führung — Original-Räume des Dichters
- Schiffahrtsmuseum am Binnenhafen — Modelle und Tonnen-Originale
- Husumhus-Schwimmbad mit Saunalandschaft und Wellenbecken
- Tagesausflug nach Friedrichstadt (15 km) — Holländerstadt mit Grachten, Cafés und Gracht-Rundfahrt
Mit Kleinkindern
Der Schlosspark ist mit Kinderwagen problemlos befahrbar, am Hafen gibt es ein kleines Kinderspielboot direkt am Tor. Strandbad Dockkoog mit flacher Liegewiese ist familienfreundlich, das Wasser fällt nur sanft ab. Im Ostenfelder Bauernhaus dürfen die Kleinen Stallflächen besichtigen — gerade in der Saison oft mit Tieren.
Sportlich
Joggingstrecke entlang des Mühlenstrom-Deichs Richtung Wattenmeer: 5 km eine Richtung, ohne Querung. Rundkurs um den Binnenhafen 1,5 km, gut für Intervall-Training. Tennisclub Husum am Schobüller Weg (Sand- und Hartplätze, Gastkarte ab 12 EUR pro Stunde), Reitstall an der B5 mit Ausritten in die Marsch.
Gastronomie und regionale Spezialitäten
Die Küche von Husum ist nordfriesische Küstenküche — Krabben aus dem Wattenmeer, Schollenfilet, Matjes, dazu Friesentorte und Pharisäer (Kaffee mit Rum und Sahne). Husumer Krabben gelten als kleinformatig und besonders aromatisch. Drei Adressen-Kategorien:
Fischbrötchen am Hafen
Direkt am Binnenhafen findest du den Fischimbiss am Hafenkran — Fischbrötchen mit Husumer Krabben, Bismarck oder Matjes für 4 bis 7 EUR. Daneben das mobile Krabbenkutter-Verkaufsboot, das sonntags frische Krabben direkt aus der Reuse verkauft. Wer früh kommt, bekommt sie noch warm gepult.
Restaurants im Ort
- Restaurant Eucken: gehobene regionale Küche im Storm-Haus-Viertel, Hauptgericht 22 bis 36 EUR, Reservierung empfohlen
- Bootshaus Husum: Hafenrestaurant am Binnenhafen mit Terrasse zum Kran, Hauptgericht 16 bis 28 EUR, im Sommer beliebt für den Sonnenuntergang
- Restaurant Dragseth: ältestes Gasthaus von Husum (1582), urige Stuben, traditionelle norddeutsche Karte ab 14 EUR
- Trattoria L'Olivo: italienische Küche an der Großstraße, gut für Familien (Pizza ab 12 EUR)
Cafés und Backwaren
Am Marktplatz führt das Café Krabbe Friesentorte aus eigener Backstube — mehrschichtige Blätterteig-Variante mit Pflaumenmus und Sahne. Pharisäer (Kaffee mit Rum und Sahnehaube) gehört auf die Karte jedes Husum-Tages. Das Kaffeehaus Storm in der Wasserstraße liegt direkt gegenüber vom Storm-Haus und ist Treffpunkt für Literatur-Touristen.
Markttag
Wochenmarkt jeden Donnerstag und Samstag von 8 bis 13 Uhr am Marktplatz: frische Krabben vom Kutter, friesisches Schwarzbrot, Salzwiesenlamm aus den Halligen, Sanddornprodukte. Wer in einer Ferienwohnung kocht, deckt sich hier ein — die Preise liegen ein Drittel unter Sylt-Niveau.
Regionale Spezialitäten zum Mitnehmen
- Husumer Krabben als Konserve oder vakuumiert vom Kutter
- Friesentorte als Tiefkühl-Variante aus dem Café Krabbe
- Friesengeist (Kümmellikör) und Sanddornlikör aus Nordfriesland
- Salzwiesenlamm (geräucherte Wurst) von den Halligen, am Wochenmarkt
Events und Saisonkalender
Husum hat einen klar getakteten Veranstaltungskalender — die wichtigsten Termine im Jahresverlauf, generisch nach Quartal, weil die Daten sich jährlich verschieben:
Frühjahr (März bis Juni)
Mitte März die Husumer Krokusblüte im Schlosspark — etwa zwei Wochen lang blühen die rund 4 Millionen Krokusse, Hauptevent mit Krokusblütenfest und Krönung der Krokusblütenmajestät. Anfang Mai Saisonstart der Halligfähren und Wattwanderungen. Ende Mai bis Anfang Juni das Schleswig-Holstein Musik Festival mit Konzerten im Schloss und der Marktkirche.
Sommer (Juli bis September)
Hauptsaison. Mitte Juli die Husumer Hafentage — viertägiges Fest mit Kutterregatta, Live-Musik am Binnenhafen und Krabbenpul-Wettbewerb. Im August das Pole-Poppenspäler-Festival für Puppentheater, benannt nach Storms gleichnamiger Novelle. Anfang September die Husumer Matjeswochen — alle Restaurants servieren Matjes-Variationen, von klassisch bis kreativ.
Herbst (Oktober bis November)
Anfang Oktober das Sturmflut-Gedenken am Hafen, Kranzniederlegung zur Erinnerung an die Sturmfluten der Region. Mitte Oktober die Husumer Kunstmesse in der NordseeAkademie. Ende Oktober schließen viele Saisonbetriebe, die Halligfähren reduzieren auf Restbetrieb.
Winter (Dezember bis Februar)
Anfang Dezember der Weihnachtsmarkt am Schloss — Reet-gedeckte Buden im Schlosspark, Friesentee mit Rum, Glühwein und Räucherfisch. Silvester am Binnenhafen mit Feuerwerk vom Hafentor. Im Januar und Februar ist Husum ruhig — Zeit für Wellnesshotels und Sturmtage am Deich.
Geschichte und Kultur
Husum wird erstmals 1252 als "Husumbro" urkundlich erwähnt — der Name kommt aus dem Altfriesischen und bedeutet sinngemäß "Siedlung an der Brücke" oder "an den Häusern". Bis 1362 lag Husum noch im Binnenland — die Erste Mandränke, eine verheerende Sturmflut im Januar 1362, riss die Marsch auf und machte Husum über Nacht zur Hafenstadt am offenen Meer.
Vom Marsch-Dorf zur Hafenstadt
Nach der Mandränke wuchs Husum schnell — der neue Direktzugang zum Meer ermöglichte Schiffshandel mit Hamburg, Bremen und den Niederlanden. 1604 erhielt Husum Stadtrechte. Das Schloss vor Husum entstand 1577 bis 1582 als Witwensitz für Herzogin Augusta von Schleswig-Holstein-Gottorf. Bis ins 17. Jahrhundert war Husum eine der wichtigsten Hafenstädte zwischen Hamburg und Dänemark.
Theodor Storm und die graue Stadt am Meer
1817 wurde Hans Theodor Woldsen Storm in der Markstraße 9 geboren. Der Jurist und Dichter prägte mit dem Gedicht "Die Stadt" (1851) das Bild der "grauen Stadt am Meer" — gemeint war Husum im Herbstlicht, mit Nebel über dem Hafen und den niedrigen Backsteinhäusern. Storm lebte mit Unterbrechungen sein ganzes Leben in Husum, schrieb hier "Der Schimmelreiter" (1888), seine bekannteste Novelle. Sein Wohnhaus in der Wasserstraße ist heute Museum, sein Grab steht auf dem St. Jürgen-Friedhof.
Halligenkultur und Wattenmeer
Husum ist seit Jahrhunderten das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Nordfrieslands. Die Halligen — Hooge, Langeneß, Pellworm, Nordstrandischmoor — werden bis heute von Husum aus mit Fähren versorgt. Das Nordfriesische in seinen Mundarten (Halligfriesisch, Mooringer Friesisch) wird im Alltag noch von rund 8.000 Menschen gesprochen. Die NordseeAkademie in Husum ist Lehr- und Forschungszentrum für Sprache und Kultur der Region.
Wetter und beste Reisezeit
Das Klima in Husum ist gemäßigt-maritim mit hoher Windexposition: kühle Sommer, milde Winter, mehr Sonnenstunden im Frühjahr und Herbst als im Binnenland Schleswig-Holsteins. Die Wassertemperaturen erreichen im August Höchstwerte um 18 Grad, im März blühen — bei Glück mit Sonne — die Krokusse im Schlosspark. Klima-Anker für Husum: DWD-Station List/Sylt und BSH-Boje Helgoland-Reede.
Beste Reisezeit für Familien
Mai & September
Hochsaison & Krokusblüte
März, Juli & August
Wellness & Ruhe
November bis Februar
Praktische Tipps
- € Kurtaxe: 1,80 EUR pro Erwachsenem und Tag in der Hauptsaison (April bis Oktober), 1,20 EUR in der Nebensaison. Wird über das Hotel mitabgerechnet, gilt als Strandzugang am Dockkoog und Rabatt-Schlüssel im NordseeMuseum.
- 🐕 Hunde: am Strandbad Dockkoog ganzjährig an der Leine erlaubt, im Schlosspark während der Krokusblüte (Mitte März) verboten, sonst an der Leine. Im Wattenmeer Leinenpflicht (UNESCO-Naturerbe).
- 📶 WLAN: kostenfreies Stadt-WLAN am Marktplatz und am Binnenhafen, Reichweite begrenzt. In den Cafés und Hotels verlässlicher als auf den Straßen.
- + Apotheke & Ärzte: mehrere Apotheken im Stadtkern, Hausarztpraxen entlang der Großstraße. Notdienst rotiert mit Heide und Niebüll. Klinikum Nordfriesland Husum am Erichsenweg — Vollversorger inklusive Geburtsstation.
- € Geldautomaten: Sparkasse und VR-Bank am Marktplatz, weitere Automaten am Bahnhof und in der Großstraße. Kartenzahlung in den meisten Restaurants problemlos, kleine Cafés und Marktstände nehmen oft nur Bar.
- ♿ Barrierefreiheit: Marktplatz und Schlosspark weitgehend rollstuhltauglich, Binnenhafen-Promenade kopfsteingepflastert (eingeschränkt). Schloss vor Husum mit Aufzug bis zur ersten Etage zugänglich, Storm-Haus nur Erdgeschoss.
- ⚓ Tide-Plan: zweimal täglich fällt der Binnenhafen trocken, dann liegen die Krabbenkutter auf dem Schlick. Tide-Zeiten beim BSH oder über Apps wie "Gezeiten" — der spektakulärste Moment ist 30 Minuten vor Niedrigwasser.
- i Tourist-Information: Großstraße 27, ganzjährig geöffnet, in der Saison auch sonntags. Karten zu Stadt, Wattwanderungen und Krokusblüte, Veranstaltungspläne, Halligfähr-Tickets im Vorverkauf.
Insider-Tipps
Drei Spots, die nicht in jedem Reiseführer stehen:
Binnenhafen bei Niedrigwasser
Zweimal täglich liegen die Krabbenkutter trocken auf dem Schlick — die Tide-App zeigt die Zeiten. Am besten 30 Minuten vor Niedrigwasser an der Speicherzeile sein, dann beobachtest du, wie die Kutter langsam aufsetzen. Fotografisch der besondere Moment: das Hafentor steht offen, der Wasserspiegel sinkt sichtbar, die Boote legen sich auf die Backbord-Seite. Touristen sind um diese Uhrzeit selten am Hafen, Lokale stehen in der Imbisstür und schauen mit.
Friedrichstadt-Tagesausflug per Rad
Statt der vollen Schloss-Tour eine ruhige Marsch-Radtour: 18 km auf dem Treene-Radweg zum holländischen Friedrichstadt mit seinen Grachten — Kaffeepause am Marktplatz, Gracht-Rundfahrt für 8 EUR, zurück mit dem Zug (Rad-Mitnahme 4 EUR). Halbtagstour, im Sommer mit Wind aus West eher hin als zurück per Rad.
Ostenfelder Bauernhaus zur Stunde Null
Das Ostenfelder Bauernhaus am Stadtrand öffnet werktags bereits um 9 Uhr — eine Stunde lang ist man oft allein in der historischen Hallendiele, während draußen schon der Verkehr Richtung Sylt rauscht. Eintritt 4 EUR, etwa 45 Minuten Aufenthalt. Das Haus zeigt Original-Inventar aus dem 17. Jahrhundert, kein Nachbau.
Sturmtage am Dockkoog
Wenn der Westwind im Herbst Stärke 7 oder 8 erreicht, lohnt der Spaziergang am Dockkoog-Deich Richtung Wattenmeer. Möwen lassen sich bremsen, das Hafentor wird geschlossen, der Außenhafen leert sich. Halte Abstand zur Schleusenanlage — bei Sturmflut werden die Tore manuell betätigt. Nächste Café-Pause: Bootshaus am Binnenhafen.
Umgebung und Tagesausflüge
Husum ist ein guter Standort für Nordfriesland — von hier aus erreichst du die Halbinsel Eiderstedt, die Halligen und sogar Sylt in unter 90 Minuten. Drei Tagestouren für drei Wettertypen:
Bei Sonne: St. Peter-Ording (50 km)
Mit dem Auto in 50 Minuten über B5 und L33, mit der Bahn (RE über Bad St. Peter-Ording) ebenfalls rund 50 Minuten direkt. Vor Ort: 12 km Sandstrand, die berühmten Pfahlbauten an der Strandkante, Strand-Sauna, Promenade. Mittagessen an einer der Strand-Adressen. Mehr dazu unter Sankt-Peter-Ording.
Bei Wechselwetter: Friedrichstadt (15 km)
Mit dem Auto in 20 Minuten, mit dem Rad in 90 Minuten über den Treene-Radweg. Vor Ort: holländische Grachten aus dem 17. Jahrhundert, Marktplatz mit Treppengiebel-Häusern, Gracht-Rundfahrt für 8 EUR (45 Minuten), schwimmender Bootssteg-Markt am Mittwoch.
Bei Regen: Sylt-Tagesausflug (90 km)
Mit der Bahn in rund 1:30 h direkt — RE 6 über Niebüll und den Hindenburgdamm nach Westerland. Sylt-Tagesausflug mit Aquarium, Sturmhaube in Kampen, Friesentorte am Lister Hafen. Mehr unter List auf Sylt oder Kampen.
Tagesausflüge zu den Halligen
- Hooge — die romantischste Hallig, 10 Warften, Pesel-Häuser. Fähre ab Schlüttsiel (15 km) oder Husum-Außenhafen, ganztags.
- Pellworm — größte Hallig, mit dem Rad erkundbar, alte Kirche von 1095. Fähre ab Strucklahnungshörn (40 km).
- Langeneß — schmale Langhallig mit Lorenbahn-Anschluss, ruhig und ursprünglich. Fähre ab Schlüttsiel.




