Entdecke den Schwarzwald: Dein Dorf als Hotel erleben
Hast du Lust auf eine andere Art von Schwarzwald-Trip? Seit Ende 2025 läuft ein spannendes Projekt, das ganze Dörfer nicht als Ansammlung von Ferienwohnungen, sondern als gemeinsam genutztes Hotel neu denkt. Hinter der Sache stehen die Schwarzwald Tourismus GmbH und die Beratung co:compass, unterstützt vom Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg. Ziel ist klar: Leer stehende Häuser wieder ein Leben einhauchen, Ortskerne wieder summen lassen und dem ländlichen Raum neue Einnahmequellen verschaffen — und das ohne wildes Neubauen. Wenn du durch enge Gassen schlenderst, sollen künftig nicht nur Einheimische, sondern auch Reisende an jeder Ecke ein Zimmer finden, das nach Originalton klingt und nicht nach Musterkatalog.
Wie das konkret aussehen soll, ist inzwischen ziemlich greifbar: Arbeitsgruppen diskutieren konkrete Umsetzungspläne, und Pilotorte werden ausgewählt. In mehreren Workshops können Kommunen, Gastgeber und andere Interessierte mitmischen — Termine gibt es Anfang Februar 2026: eine Präsenzrunde am 9. Februar in Schiltach, am 19. Februar in Baiersbronn-Klosterreichenbach und am 27. Februar in Freiburg. Wer nicht vor Ort sein kann, hat am 3. Februar die Möglichkeit, online beim Informationsformat „Dorf bleibe(n) – Ein ganzer Ort als Herberge“ des Vereins Bauwerk Schwarzwald einzusteigen. Mich überzeugt besonders, dass nicht alles zentral gesteuert wird: Rezeptionen, Dorfläden und Bäckereien sollen jeweils ihre Rolle übernehmen, der Dorfplatz wird zur Gemeinschaftslobby, und Einheimische werden zu Gastgebern — das macht den Urlaub fühlbar anders als in einem anonymen Ressort.
In den Treffen geht es nicht nur um schöne Konzepte, sondern um knallharte Problemlösung: Leerstand, Investitionsstopps und rückläufige Gästezahlen in kleinen Gemeinden stehen ganz oben auf der Liste. Karsten Palme von co:compass bringt es auf den Punkt, wenn er sagt, dass hier touristische Ideen mit Ortsentwicklung verknüpft werden — so, dass gleich mehrere Baustellen auf einmal bearbeitet werden. Für Reisende kann das bedeuten: Übernachten in einem historischen Fachwerkhaus, Frühstück aus der Dorfbackstube und abends echtes Gasthausessen bei Menschen, die ihr Dorf leben. Für die Orte selbst heißt das Potenzial auf mehr Wertschöpfung, erhaltene Baukultur und neue Perspektiven für Nachbarschaften, die sonst leiser würden.
Ich bin gespannt, wie schnell aus den Plänen sichtbare Orte werden. Wenn du neugierig bist und mitreden willst, schnapp dir einen der Workshop-Termine oder verfolge die Updates von Schwarzwald Tourismus und co:compass. Für mich bleibt es eine dieser Ideen, die sich gut anfühlen und die Landschaft nicht auseinanderreißen — hoffentlich bewährt sie sich in der Praxis und sorgt dafür, dass der nächste Schwarzwald-Urlaub noch persönlicher wird. Klingt fast zu schön, um wahr zu sein; aber genau deshalb will ich sehen, wie die ersten Dörfer das Experiment anpacken.




